Aktuelle Ausstellung

Vita Dubia
Über die Ungewissheit des Todes und die Angst,
lebendig begraben zu werden

8. Oktober 2016 – 16. April 2017

Um 1800 n. Chr. wird die Angst vor dem Scheintod zum weit verbreiteten Phänomen. Die Furcht der Menschen lebendig begraben oder eingeäschert zu werden, beschäftigte zwar schon die Ärzte in der Antike, doch nährten gerade die wissenschaftlichen Erkenntnisse und technischen Errungenschaften der Aufklärung die Zweifel daran, ob sich die Grenze zwischen Leben und Tod genau bestimmen lässt. 

Dieses zutiefst beunruhigende Problem regte nicht nur Wissenschaftler zu  bizarren Experimenten an und veranlasste skeptische Erfinder zum Bau skurriler Rettungsapparate.  Es entfachte auch eine Debatte darüber, welche Hinrichtungsmethode  „humaner“ sei:  Köpfen oder Hängen? Gleichzeitig löste die weit verbreitete Verunsicherung einen kreativen Impuls aus. Denn sie  inspirierte die Dichter und Schriftsteller der Romantik zu großartigen, bisweilen düsteren und unheimlichen Gedichten, Novellen und Romanen. Zu den bekanntesten literarischen Werken zählen etwa ‚Schneewittchen‘ von den Brüdern Grimm oder auch Mary Shelleys ‚Frankenstein‘.

Zweifel, Angst und Unsicherheit von damals begegnen uns noch heute. Sie leben auch im Alltag des Bestattungswesens fort, denn trotz eines ärztlich ausgestellten Totenscheins dürfen Verstorbene noch immer nicht vor Ablauf einer bestimmten Frist beigesetzt werden.

Ausstellungskonzept: h neun Berlin – Büro für Wissensarchitekturen

Zur Ausstellung findet ein abwechslungsreiches Begleitprogramm statt.
Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Den Folder zur Ausstellung finden Sie hier PDF


Museumscafe, Museum für Sepulkralkultur

© h neun Berlin


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