3. – 5. Oktober 2025
Eintritt frei!
Ausstellung im Rahmen des Galeriefests Südflash
Vom 3. bis zum 5. Oktober 2025 lädt das Galeriefest unter dem Motto „Südflash“ in die Galerien und Ausstellungsräume in und um die Südstadt herum ein. Im Museum für Sepulkralkultur zeigt die aus Finnland stammende Künstlerin Eeva Ojanperä ihre Arbeit "frühe morgen – early mornings". Drei Fragen an die Künstlerin.
Eeva, du bist ja nicht zum ersten mal bei uns. Was ist dein Bezug zu unserem Haus?
Ich habe 2017 mit der Animationsklasse der Kunsthochschule Kassel bei der Gruppen-Ausstellung REGRET mitgemacht und drei Arbeiten gezeigt, die sich mit dem Tod meines Vaters und meiner Beziehung zu ihm auseinandergesetzt haben. Das war eine dreiteilige Installation. Nun, Jahre später, reflektiere ich meine Trauerarbeit in meinem neuen Werk "frühe morgen – early mornings".
Wie bist du bislang mit den Themen Sterben, Tod, Abschiednehmen in Berührung gekommen?
Immer wieder konfrontieren mich Themen zu Tod, Nachlass, dem Begriff Familie bzw. Verwandtschaft, Verlust, und auch Schnittstellen zu Transformation, Reflexionen und Erkenntnissen in Prozessen. Ich versuche persönlich wie künstlerisch diese Themen einen ganzheitlich-individuellen prozessbasierten Raum zu geben. In diesem Raum können scheinbar gegensätzliche oder widersprüchliche Positionen gegenübergestellt, umgesetzt werden und in einen Dialog treten. Hier möchte ich Schmerz im weitesten Sinne wahrnehmen dürfen, um ihn als assoziative Kraft in meinem Tun und Handeln zu nutzen.
(Was) kann deiner Meinung nach der ästhetische Zugang für den Dialog über die Endlichkeit leisten?
Ich mag Kunstwerke, die die Besucher*innen einladen, sinnlich teilzunehmen. Die Synthese zwischen Haptik, Ton- und Bildebene kann ein Portal eröffnen, durch das man hindurch schreitet in einen Schwellenraum, der tief bewegend sein kann. Was kann tiefe Bewegung leisten? Verständnis, Wut, Verzeihen, neue Perspektiven, neue Räume, Weiten, Zulassen, Abgrenzungen, und vieles mehr. Wichtig ist, dass eine Art von Bewegung stattfindet und im besten Fall einen Prozess anstößt.
Interview: Anna Lischper
Eeva Ojanperä, geboren in Pori, Finnland, lebt und arbeitet seit 2006 in Kassel. Ihre künstlerische Praxis bewegt sich an den Schnittstellen von Sound, Fotografie, Bewegtbild, Rauminstallation und digitalen Medien. Sie erforscht die technologische Vermittlung sowie die Wechselwirkung von An- und Abwesenheit im Alltag. Dabei entstehen multisensorische Werke, die sich mit Themen wie Identität, Verlust und Verbundenheit auseinandersetzen. Ojanperä studierte Visuelle Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel und war mehrfach Teil des Kasseler Atelierrundgangs. Ihre Werke wurden u. a. im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg, im Hugenottenhaus, im 387 Südflügel Kulturbahnhof Kassel und während des Kasseler RANGE Sound-Festivals gezeigt. Die Webpräsenz der Künstlerin erreichen Sie unter: www.eevaojanperae.de
Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V.
Zentralinstitut für Sepulkralkultur
Museum für Sepulkralkultur
Weinbergstraße 25–27
D-34117 Kassel | Germany
Tel. +49 (0)561 918 93-0
info@sepulkralmuseum.de