Susan Donath & Juliane Uhl – Das Letzte

 

13. November – 28. Februar 2020

Kabinettausstellung

Eröffnung am

13. November 2020 | 18 Uhr | 20 Uhr

 

 

DAS LETZTE

Susan Donath und Juliane Uhl

Die Ausstellung zeigt Arbeiten der in Dresden lebenden Künstlerin Susan Donath und der halleschen Autorin Juliane Uhl.

Donath und Uhl thematisieren den Tod in seiner Multidimensionalität und vertreten damit eine neue Generation im Umgang mit dem Tod. Das Lebensende ist nicht nur Verwaltungsakt oder Ritualort von Altem und Neuem, sondern auch die Sollbruchstelle zwischen Geschichte und Gegenwart über die sich rote Fäden spinnen lassen. In der Betrachtung von Leben und Dasein bis zum Letzten, liegt die Fähigkeit zur rückblickenden Erkenntnis, die aufgeklärte Blicke in die Zukunft erlauben. Der Tod in seiner Eigenschaft als Augenöffner, als Moment der Klarheit wird in DAS LETZTE zum ehrlichsten Moment des Seins.

Donath und Uhl vereinen verschiedenste professionelle und auch persönliche Perspektiven, die ihre Todesbetrachtungen zu einem Interpretationsraum für die gesamte Gesellschaft machen.

Juliane Uhl arbeitet seit sieben Jahren in einem Krematorium und ist Chefredakteurin des Magazins DRUNTER&DRÜBER. Sie organisiert DeathSlams und entwickelt Veranstaltungskonzepte, die den Tod als massentaugliches Thema in die Gesellschaft tragen. Uhl schreibt seit ihrer frühen Jugend kurze Texte und Gedichte. 2015 veröffentlichte sie ihr Buch Drei Liter Tod – Mein Leben im Krematorium. Sie bietet sich den Lesenden als Eisbrecher für eine Thematik, die gern unbesprochen bleibt oder von Expert*innen zu einer Aufgabe für Profis erhoben wird. Seit Mai 2020 schreibt sie außerdem die Kolumne #lauterdenken auf der Webseite des Mitteldeutschen Rundfunks.

Juliane Uhl erdenkt sich den Tod und betrachtet von dort aus das Leben. Sie macht Vorträge und Lesungen, moderiert Veranstaltungen, publiziert über Tod und Freiheit und erarbeitet künstlerische Positionen mit Worten. Ihre Arbeiten sind Infragestellungen des scheinbar Festen, ihre Denkart der ständige Zweifel. In Fortsetzung ihrer Auseinandersetzung mit dem Tod widmete Uhl am 1.1.2020 ihr Jahr der Freiheit, die nur durch die Akzeptanz des Todes überhaupt tatsächlich sein kann und seit der Corona-Krise in Frage steht.

In den Werken von Susan Donath spiegeln sich unterschiedliche Aspekte der Trauer- und Totenkultur wider: eine deutsch-tschechische Grabanlage, eine nicht beigesetzte Urne mit Stasi-Akten, eine abgestellter Gedenkstein, Grabinschriften aus Bügelperlen und Totenkronen. Oft geht den einzelnen Arbeiten eine Recherche zu einer Praxis, Tradition voraus, die zu dann oft in einer anderen Konstellation oder Kombination in ein künstlerisches Werk einfließt. Susan Donath arbeitet derzeit an einem „Modellprojekt“ im Raum Bílina, Tschechien und hat ein künstlerisches Konzept für zerstörte Grabbilder entwickelt. Ihr Fokus liegt vor Ort auf der systematischen Zerstörung jüdischer und deutscher Friedhöfe nach 1945 und der Frage, wie man mit den Anlagen zukünftig verfährt.

 

Juliane Uhl & Susan Donath
© ELLEN-Fotografie

 

Im Begleitprogramm:

DEATH SLAM DIGITAL

11.–22. Novmber 2020!

Susan Donath, Was bleibt, 2018
Farbfotografie auf Alu-Dibond
© Susan Donath / VG Bildkunst Bonn
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