PRESSE
© pixabay

 

Willkommen

im Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkultur

und bei der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V.

Hier erhalten Sie die Materialien wie Pressetexte und hochaufgelöste Fotodateien zu aktuelle Themen, Ausstellungen, Projekten und Veranstaltungen für Ihre redaktionelle Berichterstattung.

Die Nutzung aller medienrelevanten Informationen ist im Rahmen einer aktuellen Berichterstattung kostenfrei. Sollten Sie Fragen haben oder zusätzliches Material benötigen, sprechen Sie uns gerne persönlich an.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die zur Verfügung gestellten Fotodateien nicht beschnitten, bearbeitet werden dürfen. Wenn Sie Material für andere Zwecke als die Berichterstattung benötigen, wenden Sie sich bitte an unser Fotoarchiv.

Des Weiteren können die Bilder nur unter vollständiger Angabe der Bildtitel, des Namens der Künstler*innen und/oder Urheber*innen sowie ggf. mit einem Hinweis auf das © Museum für Sepulkralkultur, Kassel, Bildarchiv, verwendet werden. Die Bilddaten sind passwortgeschützt.

Wir freuen uns über redaktionelle Berichterstattung.

Pressekontakt

Jutta Lange

Position: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Museumsmarketing, Redaktion

Telefon: 0561 / 918 93 28

Details einblenden

Archive

Informationen zu vergangenen Veranstaltungen und Ausstellungen finden Sie zudem im Veranstaltungsarchiv und im Sonderausstellungsarchiv.

Aufnahme in den Presseverteiler

Allgemeine Informationen

Museum für Sepulkralkultur

Pressetext kurz

Das Museum für Sepulkralkultur besteht als Kultureinrichtung von bundesweiter Bedeutung seit 1992. Als weltweit einzige, ausschließlich kulturellen und wissenschaftlichen Maßstäben verpflichtete Institution befasst es sich dem Tod in all seinen Facetten. Der Begriff „Sepulkralkultur“ leitet sich vom lateinischen „sepulcrum“ ab und bedeutet Grab, Grabstätte. Der Begriff umfasst alle Erscheinungsformen, die sich im Zusammenhang mit Sterben, Tod, Bestatten, Trauern und Gedenken entwickelt haben: Bestattungs- und Trauerriten und -bräuche, aber auch künstlerische Sichtweisen auf Sterben und Tod. Sterben, Bestatten, Trauern und Gedenken unterliegen seit zwei Jahrzehnten starken Veränderungen in der Praxis und ihrer öffentlichen Wahrnehmung. Um diese Prozesse zu erforschen, zu kontextualisieren und zu vermitteln, bietet das Museum besondere Möglichkeiten.

 

Pressetext lang

Das Museum für Sepulkralkultur besteht als Kultureinrichtung von bundesweiter Bedeutung seit 1992. Als weltweit einzige, ausschließlich kulturellen und wissenschaftlichen Maßstäben verpflichtete Institution befasst es sich dem Tod in all seinen Facetten. Der Begriff „Sepulkralkultur“ leitet sich vom lateinischen „sepulcrum“ ab und bedeutet Grab, Grabstätte. Der Begriff umfasst alle Erscheinungsformen, die sich im Zusammenhang mit Sterben, Tod, Bestatten, Trauern und Gedenken entwickelt haben: Bestattungs- und Trauerriten und -bräuche, aber auch künstlerische Sichtweisen auf Sterben und Tod.

Sterben, Bestatten, Trauern und Gedenken unterliegen seit zwei Jahrzehnten starken Veränderungen in der Praxis und ihrer öffentlichen Wahrnehmung. Um diese Prozesse zu erforschen, zu kontextualisieren und zu vermitteln, bietet das Museum besondere Möglichkeiten.

Die Dauerausstellung präsentiert zahlreiche Exponate aus der christlich-abendländischen Sepulkralkultur: letzte Hemden, Sensenmänner, Stundengläser, mittelalterliche Totentänze, kunstvoll bemalten Särgen und Totenschädel bis hin zu Trauerschmuck und Leichenwagen. Sie zählen überwiegend zur Alltags- und Gebrauchskultur und dokumentieren die Strategien der Menschen im Umgang mit der Endlichkeit.

Darüber hinaus gibt das Museum exemplarisch Einblicke in die Bestattungsriten verschiedener Religionen und Kulturen in Deutschland. Das Thema Beisetzung von Migrant*innen auf deutschen Friedhöfen hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen, und das spiegelt sich auch in der Bestattungskultur wieder. Sie alle pflegen jeweils eigene Bestattungsformen und -rituale.

Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal

Pressetext

Seit ihrer Gründung 1954 ist die Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V. die führende kulturelle Institution im Bereich der Friedhofs- und Bestattungskultur in Deutschland. Durch mehr als 65-jährige Erfahrung und eine Mitgliederstruktur, die eine große Bandbreite an Professionen aufweist, ist die Arbeitsgemeinschaft zu einem einzigartigen, internationalen Netzwerk geworden und verfügt über herausragende Kompetenzen.

Die Vereinsmitglieder sind in Forschung und Wissenschaft, Garten- und Landschaftsplanung, Grabmal- und Grabstättengestaltung, im Bestattungswesen, in der Friedhofsverwaltung, im Sozialwesen und im Bereich der Palliativ- und Hospizarbeit tätig. Die Arbeitsgemeinschaft ist deshalb ein kompetenter Ansprechpartner in allen Fragen der Friedhofs-, Bestattungs- und Trauerkultur.

Die Arbeitsgemeinschaft versteht sich als Forum zur Diskussion aktueller Entwicklungen und als Plattform zur Präsentation zukunftsweisender Projekte. Sie engagiert sich für den Erhalt und Schutz traditioneller Formen der Friedhofs- und Bestattungskultur, wo sie als Bestandteil der kulturellen Identität in das gesellschaftliche Leben eingebunden sind. Die Arbeitsgemeinschaft hat die Berufsgruppen im Blick, die in ihrer täglichen Arbeit mit Sterben, Tod, Trauer und Gedenken konfrontiert werden. Für Menschen aus diesen Berufsgruppen bietet die Arbeitsgemeinschaft Beratung und Fortbildungen in verschiedenen Formaten an.

Hierzu gehören Beratungen zur Planung und Gestaltung von Friedhöfen, zur Gestaltung von Grabmalen und zu Fragen des Friedhofsrechts. Die Seminare- und Fortbildungsangebote beinhalten z. B. Angebote für Menschen aus dem Bereich der helfenden Berufe, zur Praxis der Beisetzung und ein kundenorientierter Umgang mit Angehörigen, zu Friedhofs- und Grabstättengestaltungen und zur Konzeption von Friedhofsführungen. Regelmäßig finden umfangreiche Tagungen zur Themen aus dem Bereich Friedhofs- und Bestattungskultur statt.

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e. V. verbindet das Interesse an den vielfältigen Aspekten der Sepulkralkultur. Motivation für eine Mitgliedschaft im Verein sind z.B. das Engagement für den Erhalt und die Pflege kulturgeschichtlicher Zeugnisse der Sepulkralkultur, die Arbeit an neuen Gestaltungskonzepten oder das Vorhaben, die kulturellen Werte des Vereins in das berufliches Tätigkeitsfeld zu integrieren sowie wissenschaftliche Forschung.

Zentralinstitut  für Sepulkralkultur

Pressetext

Das Zentralinstitut für Sepulkralkultur betreibt Grundlagenforschung durch wissenschaftliche Untersuchungen zu historischen Friedhöfen, Grabzeichen, ereignis- und personenbezogenen Denkmälern, Trauer- und Bestattungsbrauchtum, Entwicklungen im Umgang mit Sterben und Tod ebenso wie durch Erforschung von Entwicklungstrends. Das Zentralinstitut ist mit dem Museum für Sepulkralkultur heute ein anerkanntes Forschungszentrum in der Museumslandschaft Deutschlands und ist regelmäßig auch an wissenschaftlichen nationalen und internationalen Tagungen beteiligt. Regelmäßig werden wissenschaftliche Tagungen mit unterschiedlichen Kooperationspartnern, z.B. Universitäten, ausgerichtet.

Es ist Herausgeber der Kasseler Studien zur Sepulkralkultur (derzeit 19 Bände ) und der Kasseler Manuskripte zur Sepulkralkultur, des großen Lexikons zur Bestattungs- und Friedhofskultur (bisher vier Bände) sowie verantwortlich für die Herausgabe der Zeitschrift für Sepulkralkultur /Friedhof und Denkmal. Dem Zentralinstitut zugeordnet sind im Weiteren eine wissenschaftliche Fachbibliothek, ein Foto- und Musikarchiv.

Melden Sie sich bitte an , um eine hochauflösende Version herunterzuladen.

Bildlegenden

Alle Abbildungen:

© Museum für Sepulkralkultur, Kassel, Bildarchiv | Foto: Maja Wirkus

Sonderausstellungen

Suizid – Let's talk about it!

Zeitraum: 10. September 2021 – 27. Februar 2022

Pressemitteilung

Eröffnung der Ausstellung: 10. September 2021
Internationales Symposium „Arts meet Science” im Januar 2022

Pressekonferenz: 8. September 2021, 11 Uhr

Eine deutschlandweit einmalige Ausstellung im Museum für Sepulkralkultur Kassel widmet sich im September 2021 einem schwierigen und herausfordernden Thema: dem Suizid und dem Umgang damit. Das Projekt wird geleitet vom Direktor des Museums für Sepulkralkultur, Dr. Dirk Pörschmann und Tatjana Ahle sowie dem Suizidologen Prof. Dr. Reinhard Lindner als wissenschaftlichem Leiter von der Universität Kassel, Institut für Sozialwesen.

INHALT
Der Suizid ist ein verschwiegenes Leiden in unserer Gesellschaft. Etwa 10.000 Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland durch eigene Hand, die meisten in schweren psychischen, sozialen und körperlichen Notlagen. Das Schweigen, das ihr Sterben begleitet wirkt tödlich. Deshalb ist das öffentliche Gespräch über den Suizid, seine Ursachen und seine Folgen ein gesellschaftliches Anliegen. Dem widmet sich eine Ausstellung im Museum für Sepulkralkultur in Kassel, das sich seit 1992 mit den Themenfeldern Sterben, Tod, Trauer und Gedenken befasst. In Kooperation mit der Universität Kassel sowie weiteren nationalen und internationalen Partner*innen aus den Bereichen Kunst, Kultur und Wissenschaft entsteht die Ausstellung „Suizid – Let’s talk about it!“ Über zeitgenössische künstlerische sowie kultur- und sozialgeschichtliche Exponate wird ein Referenzrahmen um die Phänomene gelegt, die rund um die Themen Suizid und Suizidalität erfahrbar werden. Über Stimmen Betroffener, epidemiologische Daten und inhaltsbezogene Forschung auf dem Gebiet der Human- und Geisteswissenschaften sucht das Museum mit diesem Projekt einen Weg, eine neue Sprache für die Annäherung an Suizid und Suizidalität und die daran knüpfenden Erfahrungshorizonte von Schmerz, Trauer und Schweigen, aber auch Humor zu finden.

BEGLEITBUCH
Zur Ausstellung erscheint eine umfassende Begleitpublikation, die Vertiefungen einzelner Themen enthält, die über Interviews, Essays und künstlerische Auseinandersetzungen auf vielstimmige Weise eingebracht werden. Die Publikation dient der Ausstellung und dem Begleitprogramm als ergänzende Plattform für aktuelle Forschungsergebnisse und öffnet über künstlerische Auseinandersetzungen einen assoziativen Denkraum.

SYMPOSIUM
Am 28. Januar 2022 findet im Gießhaus der Universität Kassel das Auftaktsymposium mit den international renommierten Wissenschaftler*innen Annette Erlangsen, PhD (DK), MD Mark J. Goldblatt (USA) und Prof. em. Dr. Phil. Thomas Macho (AT), Künstler*innen sowie Menschen, die das Thema Suizid in ihrem (Berufs-)Alltag begleitet, statt. Im Sinne von „Let's talk about it!“ und der Verknüpfung verschiedenster Disziplinen und Blickwinkel wird das Publikum zur aktiven Gesprächsteilnahme eingeladen.

BEGLEITPROGRAMM
Für die Dauer der Ausstellung wurde ein umfangreiches Begleitprogramm konzipiert. Das Museum wird dadurch für ein halbes Jahr zur Bühne für Kulturschaffende und zum Zentrum der Auseinandersetzung mit philosophischen, juristischen, interkulturellen und -religiösen und humanwissenschaftlichen Fragen zum Suizid werden.

KOOPERATIONEN UND PARTNER*INNEN
Ein interdisziplinärer wissenschaftlicher Beirat begleitet seit 2019 das Projekt. Um das Thema in die Gesellschaft zu tragen, wurden Kooperationen mit kulturellen und forschenden Einrichtungen in Deutschland, Österreich und Neuseeland geschlossen: u.a. mit dem Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften / Kunstuniversität Linz in Wien, dem Depot Artspace, Neuseeland, der Museumslandschaft Hessen Kassel und der Caricatura, Galerie für Komische Kunst Kassel. Seit Planungsbeginn ist der führende Suizidologe und Leiter des Nationalen Suizidpräventionsprogramms (NaSPro), Prof. Dr. Reinhard Lindner, Institut für Sozialwesen, Universität Kassel, als wissenschaftlicher Leiter Teil des Projektteams.

FÖRDERNDE
Finanziell gefördert wird das Projekt von der Hessischen Kulturstiftung, der Funus-Stiftung, der Heidehof Stiftung GmbH, der Ahorn Gruppe, der Stiftung Deutsche Bestattungskultur, Westermann Gerüstbau sowie dem Service Learning der Universität Kassel.

Die Mitwirkung unserer Kooperationspartner*innen aus den Bereichen Suizidologie, Kulturwissenschaft und Bildende Kunst bzw. Kunstvermittlung in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ermöglicht es, dass das Projekt weit über den musealen Kontext hinaus in die Gesellschaft wirkt, mit dem Ziel, eine breite öffentliche Kommunikation zum Suizid voranzutreiben.

Melden Sie sich bitte an , um eine hochauflösende Version herunterzuladen.

Bildlegenden

1. Akachukwu Chukwuemeka Benjamin (NGA)
Forms from My Sky no. 60 ,The Depressed’ (2018)
Acryl und Küperfarbstoff auf Leinwand
© Akachukwu Chukwuemeka Benjamin

2. Bjørn Melhus (DE)
WEIT WEIT WEG (1995)
16 mm Film, übertragen auf Video, 39:02 min
Videostills
© Bjørn Melhus | VG Bild-Kunst Bonn

3. Donna J. Wan (USA)
Golden Gate Bridge #6 (2013)
C-Print
© Donna J. Wan

4. Edgar Martins (PRT)
Suicide Letters
Letter of Departure Written on Architectural Plans (2016)
C-Print
© Edgar Martins | Courtesy Purdy Hicks Gallery & Galeria Filomena Soares

5. Georg Kolbe (DE)
Totentanz (1933)
Bronzeskulptur
Foto: Markus Hilbich
© Georg Kolbe Museum, Berlin

6. Unbekannt (FR)
L‘inconnue de la Seine (ca. 1920)
Totenmaske aus Porzellan
© Museum für Sepulkralkultur, Kassel, Bildarchiv

7. Jaan Toomik (EST)
Oleg (2010)
Spielfilm, 4:44 min
Videostills
© Jaan Toomik | Courtesy the Artist and Temnikova & Kasela, Tallinn

herman de vries – vergehen

Zeitraum: 19. Juni – 01. August 2021
Vorbesichtigung (bitte anmelden): Donnerstag, 17. Juni 2021, um 11 Uhr
Eröffnung: Freitag, 18. Juni 2021, 18.00 Uhr

Pressemitteilung

Der Künstler ist anwesend.

Im Schaffen des international renommierten Künstlers herman de vries (geboren 1931 im holländischen Alkmaar) stehen der Zufall, der Wandel und die permanente Veränderung allen Seins im Zentrum. Seit den 1950erJahren experimentiert er mit Zeichnungen, der Malerei, mit Installationen, Publikationen und immer stärker mit natürlichen Materialien, deren Vergänglichkeit er ausstellt. "chance and change" (Zufall und Veränderung) sieht herman de vries als den Rahmen seines Lebens, aus dem er niemals heraustreten kann. Seit den 1960er-Jahren hat er viele und lange Reisen unternommen. Neben der Offenheit zur weiten Welt hin, suchte de vries auch die Intimität der Natur, um dort sein Arbeitsmaterial wie auch seine künstlerischen Methoden zu entdecken. Sein Atelier ist der Steigerwald, wo er bereits seit fünf Jahrzehnten lebt. Etwas vergeht: eine Blume, ein Leben, die Zeit. Es ist das aktive Moment des Vergehens, das uns herman de vries in seinen Werken offenbart. Mit jedem Schritt, mit jedem Herzschlag, mit jeder Blüte vergeht das Leben in uns und um uns. Es wandelt sich darin, verwandelt seine Gestalt doch nie sein Wesen. Leben ist Sterben ist Leben. In einem Gedicht erfasst de vries seine Freude über die Lebendigkeit im Angesicht der Vergänglichkeit. „umarmt von der welt werde ich sterben“. Welt ist Teil von uns und wir von ihr. Im Tanz als Ausdruck der Freude vergehen wir. Welch tröstlich Bild vom Unausweichlichen.

(Dirk Pörschmann)

Zur Ausstellung erscheint ein Künstlerbuch.

Biografie:

1931 herman de vries wird in Alkmaar in den Niederlanden geboren.
1949−1953 Er besucht die Gartenbauschule Hoorn und ist anschließend für ein Jahr als Landarbeiter in Frankreich tätig, später arbeitet er beim niederländischen Pflanzenschutztdienst in Wangeningen.
1953−1961 Seine künstlerische Tätigkeit beginnt er mit informellen Zeichnungen und monochromen Bildern. In seinem frühen künstlerischen Schaffen steht er der internationalen ZERO-Bewegung nahe.
1961−1964 Publikation mehrerer Ausgaben von 0=nul und anschließend der Zeitschrift revue integration (1965−1972), darin finden sich u.a. Beiträge von Lucia Fontana, Piero Manzoni, Otto Piene oder Ad Reinhardt. Es folgen zahlreiche Veröffentlichungen in Form von Zeitschriften, Textsammlungen, Künstlerbücher und Editionen. Bis 1968 ist de vries Mitarbeiter am Institut für angewandte Biologische Forschung in der Natur in Arnhem.
1962 Erste random objectifications sowie the music of sound entstehen. de vries nimmt an der Ausstellung nul am Stedelijk Museum in Amsterdam teil.
1965 de vries beginnt mit Sprache zu experimentieren.
1967 Reisen nach Osteuropa und in die Türkei
1969 Der Künstler bereist Algerien, die Sahara, Tunesien und die Türkei
1970 Nach Reisen in die Türkei, in den Iran, nach Afghanistan, Indien und auf die Seychellen lässt er sich im fränkischen Eschenau am Rande des Steigerwalds nieder.
1972 de vries experimentiert mit Film und Fotografie. Der Text my poetry is the world entsteht, der gleich einem Manifest des Künstlers zu lesen ist und mittlerweile in 82 Sprachen und Dialekte übersetzt wurde.
1973 Reisen nach Marrokko, Rio de Oro, Mauretanien und Senegal
1974 Reisen nach Nepal, Indien, Thailand und Laos. Die eschenau summer &  temporary travelling press publications entstehen erstmalig. Dabei handelt es sich um kleine Künstlerbücher, die von de vries und anderen Autor*innen und Künstler*innen gestaltet werden, bspw. James Lee Byars, Dieter Roth, Eugen Gomringer oder Karin Sander.
1978 Beginn der Sammlung von Erdproben und Erstellung der Erdausreibungen (ab 1983). Mittlerweile umfasst das Archiv, das aus eigens gesammelten und dem Künstler zugetragenen Erdproben besteht, ca. 9000 Erdproben. Ein Großteil des erdmuseums befindet sich heute im Musée Gassendi im französischen Digne-les-Bains.
1979 Es entsteht die Arbeit 16 dem² − ein essay.
1980 Eine Retrospektive am Groninger Museum präsentiert das Werk von de vries.
1981−1984 Längerer Aufenthalt in Los Acevinos, La Gomera, Reisen nach Marrokko und Senegal.
1991 de vries begründet zusammen mit Wolfgang Bauer die Zeitschrift integration−zeitschrift für geistbewegende pflanzen und kultur.
1997 Nach der ersten Version in Stuttgart (1993) entsteht in Münster ein weiteres sanctuarium im Rahmen der Skulptur Projekte.
1998 de vries erhält für sein Gesamtwerk die Auszeichnung der Netherlands Foundation for Fine Arts, Design und Architecture.
2003−2005 Es entstehen spuren im Steigerwald, goldene Zeichen und Schriften in der Natur.
2014−2015 Teilnahme an der großen ZERO-Retrospektive im Solomon R. Guggenheim Museum, New York, die auch im Berliner Gropius Bau gezeigt wird und im Stedelijk Museum Amsterdam. Bei der Biennale von Venedig im Jahr 2015 bespielt de vries den von Cees de Boer und Colin Huizing kuratierten holländischen Pavillion mit der Ausstellung to be all ways to be.
2019 herman de vries erhält den Gerhard-Altenbourg-Preis    

Weitere Informationen finden Sie auf: https://www.hermandevries.org

Melden Sie sich bitte an , um eine hochauflösende Version herunterzuladen.

Bildlegenden

1. Sammeln von Totholz für die Ausstellung
im Museum für Sepulkralkultur, Sommer 2021
Foto: Julia Henfling (April 2021)
© herman de vries

2. Einladungskarte & Plakat
© Museum für Sepulkralkultur, Kassel

3. herman de vries in seinem Atelier, 2021
Foto: Katharina Winterhalter
© herman de vries

 

DARK WATERS

Eine Serie von Daniel Tchetchik

und

NEUE WELT

Ein Fotoprojekt von Edith Held

Zeitraum: 19. Juni – 1. August 2021
Pressevorbesichtigung: 17. Juni 2021 nach Voranmeldung
Eröffnung: 18. Juni 2021, um 20.00 Uhr
Ein Grußwort spricht Bischöfin Dr. Beate Hofmann
Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck

Die beiden Fotoausstellungen DARK WATER und NEUE WELT mussten für den Zeitraum April –Juni 2020 wegen des deutschlandweiten Lockdowns abgesagt werden. Aber Menschen, die vor Krieg, Folter, Hunger und Elend flüchten, lassen sich auch nicht von einer Pandemie stoppen. Viele schon seit Jahren auf der Flucht. Das Thema bleibt hochbrisant und wurde wegen der Pandemieberichterstattung viel zu oft in den Hintergrund gedrängt.

Mit den künstlerischen Arbeiten von Edith Held und Daniel Tchetchik präsentiert
das Museum für Sepulkralkultur zwei sehr unterschiedliche Auseinandersetzungen
im Kontext von Vertreibung, Tod und Ankommen thematisieren.

DARK WATERS

Eine Serie von Daniel Tchetchik

Wie viele Menschen bei der gefährlichen Flucht nach Europa ums Leben kommen, weiß niemand. Vor allem das Mittelmeer ist zum Grab für abertausende, oft namenlose Opfer geworden. Der israelische Fotograf Daniel Tchetchik reiste entlang der Küsten Spaniens, Italiens und Griechenlands und blickte vom vermeintlich sicheren Hafen Europa auf das Mittelmeer. Ein Jahr lang hat er es von dort aus fotografiert.
Begleitet von Erfahrungen und Geschichten der Menschen, die sich jetzt – nach ihrer gelungenen Flucht – vor dem Meer fürchten, erzählt Daniel Tchetchik eine Geschichte, die über die Dokumentation der Flüchtlingskrise hinausgeht. Entstanden ist die Serie Dark Waters, in der er in metaphorischen Bildern den Blick auf die unheilvolle Zeugenschaft des Mittelmeers richtet.
Die überwiegend schwarz/weiss gehaltenen Fotos haben weder Titel noch geben sie weiterführende Informationen preis. Die Betrachterin/der Betrachter erfährt nichts über das Wo und das Wann. Die Aufnahmen sind überwiegend in der Dämmerung aufgenommen und lassen uns eindringlich die Unerbittlichkeit des Meeres und seine zerstörerische Naturgewalt spüren. Sie zeigen uns auch, wie weit der Horizont ist, der uns voneinander trennt, uns aber auch Möglichkeiten eröffnet, Grenzen zu überschreiten und Neues zu wagen.

Die Serie ist ein Porträt des Mittelmeers in der Gegenwart – Sinnbild sowohl für Hoffnung als auch Verzweiflung.

Die Ausstellung wurde erstmals im November 2019 im Almacen Cultural Center in Tel Aviv-Jaffa, Israel, statt

Daniel Tchetchik ist Fotograf und Foto-Blogger bei der israelischen Tageszeitung Haaretz. Er teilt seine Zeit zwischen dokumentarischen und persönlichen Projekten auf. Seine Bilder wurden unter anderem auf den Plattformen des New Yorker, der Süddeutschen Zeitung, VICE und BURN Magazine veröffentlicht. Er war zweimal für den Prix Pictet nominiert. http://danieltchetchik.com

Dark Waters ist als Fotoband im Kehrer Verlag 2019 mit 9 Farb- und 53 Duplexabbildungen und Texten von Jason Straziuso, Sprecher des Internationalen Komitees, vom Roten Kreuz, dem israelischen Filmemacher Ari Folmann und der Direktorin des Zentrums für zeitgenössische Kunst in Tel Aviv, Nicola Trezzi, erschienen. Preis 39.90 Euro

NEUE WELT

Ein Fotoprojekt von Edith Held

Die Erfahrungen von Kindern nehmen innerhalb der Auseinandersetzung mit Fluchtursachen und -gefahren eine besondere Rolle ein. Über zwei Jahre hat die Fotografin Edith Held mehr als 100 geflüchtete Kinder in Berliner Übergangsheimen besucht, porträtiert und interviewt.

„Wer erlebt aktuelle Geschichte auf unbefangene Art intensiv? Wer erzählt ehrlich und ist in seiner Schilderung authentisch? Wie kann anschaulicher beschrieben werden, was gerade in der Welt geschieht, als durch Kinder?“
(Aus: Vorwort des Bildbandes NEUE WELT)

Die Porträtaufnahmen werden begleitet von kurzen, eindrücklichen Aussagen der Porträtierten. Ihre Geschichten handeln von Wünschen und Träumen, von Krieg und Zerstörung, von Heimat und Flucht, vom Leben in Berlins Flüchtlingsheimen und ihren Hoffnungen auf ein besseres Leben. NEUE WELT ist eine eindrückliche Momentaufnahme junger Menschen zwischen sich öffnenden neuen Welten und denen, die sie verlassen mussten.

Das Fotoprojekt NEUE WELT wurde in Zusammenarbeit mit Gunter Haedke, Initiator der galerie auf zeit, Berlin, von der Fotografin Edith Held realisiert und erstmals 2016 in Berlin gezeigt. In dem gleichnamigen Bildband NEUE WELT sind alle 105 Bilder und Geschichten enthalten.

Preis: 25.00 Euro

Edtih Held begann in den 1970er Jahren als Mode- und Werbefotografin. Ihre Bilder wurden u. a. im i-D Magazin, Cosmopolitan, Elle und Vogue abgedruckt. Nach Stationen in Paris und Wien lebt Edith Held heute in Berlin. Neben ihren kommerziellen Arbeiten realisiert sie freie konzeptionelle Fotoprojekte. https://www.edith-held.de

Melden Sie sich bitte an , um eine hochauflösende Version herunterzuladen.

Bildlegenden

1. , 2. & 3.  o. T.
aus der Serie „Dark Waters“, 2019
© Daniel Tchetchik

4.   "Zahra Rasouli"
aus dem Fotoprojekt "Neue Welt"
© Edith Held

5.   "Fais und Sultan"
aus dem Fotoprojekt "Neue Welt"
© Edith Held

MEMENTO – Im Kraftfeld der Erinnerungen

Zeitraum: Bis 30. Mai 2021 verlängert!

Pressemitteilung

„Denken Sie immer daran, mich zu vergessen!“ steht auf einer marmonen Grabtafel von Timm Ulrichs (1969) in Form eines aufgeschlagenen Buches geschrieben. Mit diesem Paradoxon werden die Besucher*innen eingangsin der Ausstellung MEMENTO empfangen.

Weitere elf künstlerische Werke (Fotografie, Video/Film, Skulptur, Installation, Grafik und Performance), die sich mit den Themen des individuellen Erinnerns und Gedenkens auseinandersetzen, werden in der Ausstellung präsentiert und kulturhistorische Zeugnisse der Trauer- und Erinnerungskultur aus der Sammlung des Museums für Sepulkralkultur an die Seite gestellt:

Künstler*innen: Christian Boltanski (F) | Karolin Bräg (D) | Sofia Hultén (SE) | Andrew Kotting (GB) | Karsten Krause (D) | Lucy Powell (GB) | Jaan Toomik (ES) | Tina Ruisinger (CH) | Catrine Val (D) | Lorenz Widmaier (D) | Dorothee von Windheim (D) | Timm Ulrichs (D)

Projekte: Familienhörbuch, Judith Grümmer (D) | Dear Photograph, Taylor Jones (CA) | Rest in Vinyl / Andvinyly, Jason Leach (GB) | Memorabilia, Museum für Sepulkralkultur

Die Art und Weise, wie Menschen den Verlust von vertrauten und geliebten Personen verarbeiten und darin ihre emotionale Betroffenheit zum Ausdruck bringen, wird neben kulturellen Traditionen, ideologischen und gesellschaftlichen Werten oder kollektivem Geschichtsbewusstsein maßgeblich von individuellen Wesenszügen und von den jeweiligen Lebenssituationen geprägt. Erinnerungen unterliegen – je nach Situation und Lebensphase – einem stetigen Wandel, der ihre Bedeutungen und auch ihren Sinn umfasst. Viele Menschen suchen daher eine persönliche Sprache und Form der Vergegenwärtigung des Vergangenen, indem sie Erinnerungen in sinnliche, erlebbare Handlungen transformieren oder persönliche Hinterlassenschaften als plastische Erinnerungsträger sorgsam aufbewahren.

Feierlich, traurig, lamentierend und klagend, laut und extrovertiert, tänzerisch, im Stillen oder in Form von rituellen Handlungen erinnern und gedenken Angehörige und Freunde*innen ihren Verstorbenen und reaktivieren über das Erinnern die Vergangenheit in der Gegenwart.  Bildende Künste, Literatur und Musik bieten die wunderbare Möglichkeit, durch ihre Werke Erinnerungen in ästhetische Formate zu transformieren. Diese Praxis ist einerseits oft selbst Erinnerungsarbeit und macht darüber hinaus den Trauerprozess im Werk nachvollziehbar. Und sie können motivieren, selbst persönliche memoriale Formen zu entwickeln.

Die Dialoge zwischen den gezeigten internationalen Kunstwerken und den kulturhistorischen Objekten aus der Sammlung des Museums entfalten so einen spannungsreichen Referenzraum. Neben den künstlerischen Werken und den historischen Zeugnissen werden auch ausgewählte virtuelle Erinnerungsformate wie Erinnerungsvideos im Netz und interaktive Webseiten, die individuelle Erinnerungsprozesse initiieren und begleiten, vorgestellt. Des Weiteren informieren wir über die Pilotstudie „Familienhörbuch“ des Universitätsklinikums Bonn, die schwer erkrankten Eltern die Möglichkeit gibt, ihre ganz persönliche Lebensgeschichte für Kinder und Angehörige in einem Tonstudio mit einer Hörfunkjournalistin aufzuzeichnen.         

Dem Wunsch, bestimmte Orte vor dem Tod ein letztes Mal aufzusuchen, folgt die Arbeit des Künstlers Andrew Kotting (geb. 1959, Kent/GB). Mit zwei überlebensgroßen und aufblasbaren Skulpturen, die seinen Vater und Großvater abbilden, reiste er zu Lebens- und Lieblingsorten, Arbeitsstellen oder Sehnsuchtsorten seiner bereits verstorbenen Angehörigen. Karsten Krause (geb. 1980, Freiburg i. Br.) hat in seinem Kurzfilm You and Me (2009) aus Super-8-Aufnahmen seines Großvaters die Szenen heraus- und zusammengeschnitten, in denen die Großmutter auf die Kamera und damit ihren Ehemann zugeht. Dadurch ist ein szenografisches Kaleidoskop der Annäherung entstanden, das zugleich die empfundene Entfernung zur verstorbenen Großmutter umso größer werden lässt. Zeitzeugnisse wie Texte, Bilder, Tonaufnahmen, Objekte oder Relikte vermitteln und verkörpern Vergangenes und sind identitätsstiftende Bestandteile einer Erinnerungs- und Gedenkarbeit, deren ästhetische oder kognitive Natur das bewusste Erinnern an Menschen und Ereignisse unterstützen. So hat Tina Ruisinger (geb. 1969, Stuttgart) zehn Jahre lang all das fotografiert, was Menschen hinterlassen, wenn sie sterben. Dabei konzentrierte sie sich nicht nur auf den Tod, sondern auch auf das Leben der Hinterbliebenen. Mit der künstlerischen Arbeit „Liminal Animal“ (2008) gedenkt die britische Künstlerin Lucy Powell (geb. 1972, Münster) ihrem verstorbenen Kater Eugene, der im Laufe seines Lebens in ihrer Wohnung etliche Schnurrhaare verloren hat. Sie appliziert diese auf schwarzen Samt und präsentiert sie in Form einer Blüte wie eine Devotionalie.

Trauernde suchen auch zunehmend Trost, indem sie ihre Verlusterfahrungen und Gefühle über Trauerforen oder eigene Blogs im Internet mit Leidensgenossen*innen teilen oder anonyme Beratung in Anspruch nehmen; stets in der Hoffnung, über den erlebten Verlust und das belastende Gefühl der Trauer hinwegzukommen. Die Nähe, der Trost und das Vertrauen, das über die virtuelle Kontaktaufnahme zu Fremden, deren Herkunft unbekannt ist, empfunden und ausgetauscht wird, scheint die Trauernden trotz ihrer Anonymität über die Kulturen, Religionen und Ideologien hinweg zu verbinden. Auf den verschiedenen virtuellen Foren können elektronische Botschaften hinterlassen werden – eine virtuelle Variante jener Kieselsteine, mit denen die Besucher*innen jüdischer Friedhöfe den Toten ihre Hochachtung erweisen. Kulturwissenschaftler Lorenz Widmaier, der zu virtuellen Gedenkformen forscht und schreibt, widmet sich in der Ausstellung mit diversen Arbeiten diesem umfangreichen Thema.

Im Kraftfeld der Erinnerungen treten Erlebnisse, Gefühle, Gedanken und Tote in unser Bewusstsein, und es liegt an unserem Glauben, an unserer Kultur und an unserem Wesen, in welcher Form wir diesen Erinnerungen begegnen und wie wir mit ihnen leben möchten. In vielen Kulturen war und ist die Präsenz der Toten im alltäglichen Leben und Handeln rituell manifestiert. Ahnen werden verehrt, mit Opfergaben beschenkt und mit Nahrung versorgt, sodass sie den Lebenden wohlgesonnen bleiben.

Diese Bräuche werden heute häufig mit individuellen Ritualen durchmischt oder ersetzt. Zudem wurde mit dem Eintritt in die Moderne der Umgang mit den Toten unter pragmatischen und hygienebedingten Gesichtspunkten streng reglementiert, vor denen religiöse Praktiken zurückwichen. Der französische Künstler Christian Boltanski (geb. 1944, Paris), der sich zeitlebens mit den Themen Leben, Tod und Erinnerung auseinandersetzt, lässt in seinem Schattentheater Théâtre D’ombres die Geister der Toten buchstäblich tanzen. “Seit Jahrzehnten befragt er (…) den Zusammenhang von Leben und Tod – das Verschwinden des Einzelnen und das verzweifelte Bemühen der Menschen gegen das Vergessen und Vergessenwerden.” (Kunstmuseum Wolfsburg)

Alle Exponate, die in der Ausstellung präsentiert werden, sind persönliche Versuche und Formen der Erinnerungsarbeit, die Geschichten von Verstorbenen durch die Stimmen der Hinterbliebenen erzählen.

Direktor Dr. Dirk Pörschmann / Ella Ziegler, Künstlerin

 

Pressemitteilung kurz

Nachdem die Ausstellung LAMENTO – Trauer und Tränen (11/2019 – 03/2020) im Museum für Sepulkralkultur dem Phänomen des Weinens und den unmittelbaren Affekten und Emotionen, die der Tod eines nahen Menschen auslöst, gewidmet war, befasst sich nun die Ausstellung MEMENTO – Im Kraftfeld der Erinnerungen mit den unterschiedlichsten Formen des individuellen Erinnerns und Gedenkens an Verstorbene.

Die Art und Weise, wie Menschen den Verlust von vertrauten und geliebten Personen verarbeiten und darin ihre emotionale Betroffenheit zum Ausdruck bringen, wird neben kulturellen Traditionen, ideologischen und gesellschaftlichen Werten oder kollektivem Geschichtsbewusstsein maßgeblich von individuellen Wesenszügen und von den jeweiligen Lebenssituationen geprägt. Erinnerungen unterliegen – je nach Situation und Lebensphase – einem stetigen Wandel, der ihre Bedeutungen und auch ihren Sinn umfasst. Viele Menschen suchen daher eine persönliche Sprache und Form der Vergegenwärtigung des Vergangenen, indem sie Erinnerungen in sinnlich erlebbare Handlungen transformieren oder persönliche Hinterlassenschaften als plastische Erinnerungsträger sorgsam aufbewahren.

Feierlich, traurig, lamentierend und klagend, laut und extrovertiert, tänzerisch, im Stillen oder in Form von rituellen Handlungen erinnern und gedenken Angehörige und Freunde*innen ihren Verstorbenen und reaktivieren über das Erinnern die Vergangenheit in der Gegenwart.
Die Dialoge zwischen den gezeigten internationalen künstlerischen Werken und den kulturhistorischen Objekten aus der Sammlung des Museums entfalten einen spannenden Referenzraum.

Künstler*innen: Christian Boltanski (F) | Karolin Bräg (D) | Sofia Hultén (SE) | Andrew Kotting (GB) | Karsten Krause (D) | Lucy Powell (GB) | Jaan Toomik (ES) / | Tina Ruisinger (Ch) | Catrine Val (D) | Lorenz Widmaier (D) | Dorothee von Windheim (D) | Timm Ulrichs (D)

Projekte:  Familienhörbuch, Judith Grümmer (D) / Dear Photograph, Taylor Jones (CA) / Rest in Vinyl / Andvinyly, Jason Leach (GB) / Memorabilia, Museum für Sepulkralkultur

Neben historischen Zeugnissen und künstlerischen Werken werden wir auch ausgewählte virtuelle Erinnerungsformate wie Trauerforen im Internet, Erinnerungsvideos auf YouTube und interaktive Webseiten, die individuelle Erinnerungsprozesse initiieren und begleiten, vorstellen.
Alle Exponate, die in der Ausstellung präsentiert werden, sind persönliche Formen der Erinnerungsarbeit, die die Geschichten von Verstorbenen durch die Stimmen der Hinterbliebenen erzählen.

Die Ausstellung MEMENTO möchte jede*n einzelne*n Besucher*in ermutigen, persönliche und den eigenen Bedürfnissen entsprechende Erinnerungsformen zu entdecken und zu praktizieren.

Konzeption: Direktor Dr. Dirk Pörschmann / Künstlerin Ella Ziegler, Berlin

Die Ausstellung wird gefördert von

                     

                                                                             

Melden Sie sich bitte an , um eine hochauflösende Version herunterzuladen.

Bildlegenden

Alle Bilder sind grundsätzlich mit der jeweiligen Bildlegende darzustellen und dürfen nur im Zusammenhang mit der Ausstellung MEMENTO – Im Kraftfeld der Erinnerungen verwendet werden. Die Bilder dürfen 6 Wochen vor, während und 4 Wochen nach der Ausstellung genutzt werden oder nach Rücksprache.

(1) IN THE WAKE OF A DEADAD, Andrew Kotting, 2006, Filmstill
Foto: Leila Badblood

(2) Kranzkasten, um 1900, Museum für Sepulkralkultur
Museum für Sepulkralkultur, Bildarchiv. Foto: Frank Hellwig

(3) Gedenkbild, 1887, Museum für Sepulkralkultur
Museum für Sepulkralkultur, Bildarchiv. Foto: Frank Hellwig

(4) Grabtafel „Denken Sie immer daran, mich zu vergessen!
Timm Ulrichs. Museum für Sepulkralkultur, Bildarchiv. Foto: Frank Hellwig

(5) LIMINAL ANIMAL, Lucy Powell, 2008
Foto: Lucy Powell

(6) Tina Ruisinger, Traces, Fotografie, 2017
Foto: Tina Ruisinger

(7) Karl Julius Zinnert, Liegebüste einer Unbekannten, 1855
Museum für Sepulkralkultur, Bildarchiv. Foto: Frank Hellwig

Das Letzte

Juliane Uhl | Susan Donath

Zeitraum: Bis 30. Mai 2021 verlängert!

Pressemitteilung

Die Ausstellung DAS LETZTE zeigt Arbeiten der in Dresden lebenden Künstlerin Susan Donath und der halleschen Autorin Juliane Uhl. Donath und Uhl thematisieren den Tod in seiner Multidimensionalität und vertreten damit eine neue Generation im Umgang mit dem Tod. Das Lebensende ist nicht nur Verwaltungsakt oder Ritualort von Altem und Neuem, sondern auch die Sollbruchstelle zwischen Geschichte und Gegenwart über die sich rote Fäden spinnen lassen. In der Betrachtung von Leben und Dasein bis zum Letzten liegt die Fähigkeit zur rückblickenden Erkenntnis, die aufgeklärte Blicke in die Zukunft erlauben. Der Tod in seiner Eigenschaft als Augenöffner, als Moment der Klarheit wird in DAS LETZTE zum ehrlichsten Moment des Seins.

Donath und Uhl vereinen verschiedenste professionelle und auch persönliche Perspektiven, die ihre Todesbetrachtungen zu einem Interpretationsraum für die gesamte Gesellschaft machen.

Juliane Uhl arbeitet seit sieben Jahren in einem Krematorium und ist Chefredakteurin des Magazins DRUNTER&DRÜBER. Sie organisiert DeathSlams und entwickelt Veranstaltungskonzepte, die den Tod als massentaugliches Thema in die Gesellschaft tragen. Uhl schreibt seit ihrer frühen Jugend kurze Texte und Gedichte. 2015 veröffentlichte sie ihr Buch Drei Liter Tod – Mein Leben im Krematorium. Sie bietet sich den Lesenden als Eisbrecher für eine Thematik, die gern unbesprochen bleibt oder von Expert*innen zu einer Aufgabe für Profis erhoben wird. Seit Mai 2020 schreibt sie außerdem die Kolumne #lauterdenken auf der Webseite des Mitteldeutschen Rundfunks.

Juliane Uhl erdenkt sich den Tod und betrachtet von dort aus das Leben. Sie macht Vorträge und Lesungen, moderiert Veranstaltungen, publiziert über Tod und Freiheit und erarbeitet künstlerische Positionen mit Worten. Ihre Arbeiten sind Infragestellungen des scheinbar Festen, ihre Denkart der ständige Zweifel. In Fortsetzung ihrer Auseinandersetzung mit dem Tod widmete Uhl am 1.1.2020 ihr Jahr der Freiheit, die nur durch die Akzeptanz des Todes überhaupt tatsächlich sein kann und seit der Corona-Krise in Frage steht.

In den Werken von Susan Donath spiegeln sich unterschiedliche Aspekte der Trauer- und Totenkultur wider: eine deutsch-tschechische Grabanlage, eine nicht beigesetzte Urne mit Stasi-Akten, ein abgestellter Gedenkstein, Grabinschriften aus Bügelperlen und Totenkronen. Oft geht den einzelnen Arbeiten eine Recherche zu einer Praxis, Tradition voraus, die dann oft in einer anderen Konstellation oder Kombination in ein künstlerisches Werk einfließt. Susan Donath arbeitet derzeit an einem „Modellprojekt“ im Raum Bílina, Tschechien und hat ein künstlerisches Konzept für zerstörte Grabbilder entwickelt. Ihr Fokus liegt vor Ort auf der systematischen Zerstörung jüdischer und deutscher Friedhöfe nach 1945 und der Frage, wie man mit den Anlagen zukünftig verfährt.

Melden Sie sich bitte an , um eine hochauflösende Version herunterzuladen.

Bildlegenden

Alle Bilder sind grundsätzlich mit der jeweiligen Bildlegende darzustellen und dürfen nur im Zusammenhang mit der Ausstellung DAS LETZTE verwendet werden. Die Bilder dürfen 6 Wochen vor, während und 4 Wochen nach der Ausstellung genutzt werden oder nach Rücksprache.

(1) Susan Donath: Totenkrone für A.
Version Anemone
2013-2018, Rocailles auf Draht, 21 x 21 x 4 cm

(2) Was bleibt
2018, Farbfotografie auf Alu-Dibond, 100 x 100 cm
gerahmt Aluminiumprofil, anthrazit, 103 x 103 cm

(3) Susan Donath: Urne (work in progress)
2009, keine Angaben, 25 x 18 x 18 cm

Marco Di Carlo – Zernetzung

Zeitraum: 12. Juni 2020 – 6. September 2020

Pressemitteilung

In allem ist unsere Welt vernetzt. Wir leben auf einem Planeten und erleben, wie fruchtbar und zugleich in seinen Folgen unberechenbar weltweiter Austausch ist. Flora und Fauna, Wasser, Luft, Meere, Klima und natürlich Menschen und ihre Waren zirkulieren; und dies – wie schon seit Jahrhunderten – auch von Krankheitserregern begleitet. Strukturen aller Art formieren und vernetzen sich und stehen in permanenter Verbindung. Parallel dazu laufen stets Prozesse der Zersetzung ab, denn Leben ist Wandel und ein ständiges Nebeneinander von Anfang und Ende.

Der Bildhauer Marco Di Carlo (geb. 1980) wird im Rahmen der Abschlussausstellung seines Georg-Meistermann-Stipendiums das Museum für Sepulkralkultur mit Strukturen
aus Kabeln und Objekten durchziehen. Er bindet organisches Material aus Fundstücken ein und gestaltet seine Installationen als symbolisches Miteinander von sich durchdringender Natur, Technik und Kultur. Holz, Knochen oder Felle erlangen in phantastischer Weise durch ihre Integration in ein Gewebe aus Kabeln und elektronischen Bauteilen Momente ihrer Lebendigkeit zurück. Di Carlos Arbeiten spielen mit der Ambivalenz unserer Existenz. Tod und Leben erfassen wir als unterschiedliche Zustände, doch aus einer evolutionären Perspektive machen diese beiden uns so vertrauten Kategorien kaum mehr Sinn, denn das sogenannte Leben besteht zugleich aus unzähligen Prozessen der Vernetzung und Zersetzung von Molekülen. Der Mensch ist Teil davon und tut es diesen Vorgängen gleich. Er nutzt dafür seine Fähigkeiten als Homo Faber, als ein schaffendes und darin erfindendes Lebewesen, doch der Hochmut des technisch Schöpfenden führt ihn immer wieder an die Grenzen des Möglichen.

In der Erkenntnis menschlicher Begrenztheit gegenüber Natur und Kosmos findet sich die Chance der Demut gegenüber unserer Existenz, die nur in einem ganzheitlichen Verständnis der Welt getragen sein kann. Und so vernetzen und zersetzen auch wir uns, in der Hoffnung auf geistige, ästhetische oder technische Entwicklungen. Diese führen uns hoffentlich nicht nur an den Rand von Erschöpfung, sondern lassen uns in der Akzeptanz unserer Endlichkeit auch das Leben in seinem Wesen verstehen und feiern. Wir sind endlich, weil wir leben, und wir erschaffen, weil das Bewusstsein über unsere Endlichkeit uns dazu befähigt.

Die Ausstellung wird gefördert von Cusanuswerk, Verein Ausstellungshaus für christliche Kunst e. V., Städtische Werke, Fischer und Westermann Gerüstbau.

Melden Sie sich bitte an , um eine hochauflösende Version herunterzuladen.

Copyright und Foto: Marco Di Carlo

Lamento – Trauer und Tränen

Zeitraum: 15. November 2019 – 15. März 2020

Pressemitteilung kurz

Eine Ausstellung mit interdisziplinärem Begleitprogramm im Museum für Sepulkralkultur, Kassel

Das Museum für Sepulkralkultur widmet sich in der interdisziplinären und multimedialen Ausstellung LAMENTO mit einer Auswahl von internationalen zeitgenössischen Kunstwerken, einem Filmprogramm, Lesungen, einer Paneldiskussion, Konzerten und einer Intervention im öffentlichen Raum dem kollektiven und individuellen Erleben der Trauer, des Verlusts und des Gedenkens. Im Kontext der Sammlung des Museums entstehen Interventionen sowie formale und inhaltliche Bezüge.

 

Pressemitteilung lang

Eine Ausstellung mit interdisziplinärem Begleitprogramm im Museum für Sepulkralkultur, Kassel

Die Menschheitsgeschichte ist geprägt von Transformationsprozessen und traumatischen Verlusterlebnissen. Naturkatastrophen, Kriege, Unfälle, Flucht, Krankheit, Seuchen und das Alter konfrontieren den Menschen mit seiner Endlichkeit, mit dem Tod. Ständige Entbehrungen fordern die Menschheit heraus, Veränderungen und Verluste zu bewältigen und zu akzeptieren, indem sie seit Generationen unterschiedlichste Kulturformen der Trauer, der Erinnerung und des Gedenkens praktizieren und leben. Religiöse und ideologische Traditionen, private Emotionalität und gesellschaftliches Prestigedenken sind treibende Kräfte, die der sepulkralen Kultur fortwährend neue Ausdrucksformen verleihen. In diesem Dreiklang entwickelte sich über Jahrhunderte ein normatives Leitbild der zeremoniellen Abschieds- und Gedenkrituale, die bis ins 21. Jahrhundert, wenn auch in reduzierter und transformierter Form, nachwirkt und die von der bürokratischen Reglementierung und der technisch-hygienischen Rationalität im Umgang mit dem Leichnam maßgeblich beeinflusst wurde. Historisch gesehen befindet sich die dem Verlusterlebnis folgende Trauer- und Gedenkkultur in einem ständigen Wandel, der zeitgeschichtliche, gesellschaftliche, politische und ideologische Phänomene reflektiert und repräsentiert.

Das Museum für Sepulkralkultur widmet sich in der interdisziplinären und multimedialen Ausstellungsreihe LAMENTO, mit einer Auswahl von internationalen zeitgenössischen Kunstwerken, einem Filmprogramm, Lesungen, einer Panel Diskussion, Konzerten und Interventionen im öffentlichen Raum dem kollektiven und individuellen Erleben der Trauer, des Verlusts und des Gedenkens.

Die Sammlung des Museums für Sepulkralkultur beherbergt schriftliche und bildhafte Zeugnisse, die Trauerkultur nachvollziehbar machen und Objekte, die sepulkrale Rituale und Zeremonien begleiten. Diese historischen Quellen des Museums bilden den kulturhistorischen Referenzraum für die künstlerischen Werke. Einerseits werden bereits existierende Arbeiten gezielt für die Ausstellung ausgewählt und mit Objekten der Sammlung in Beziehung gesetzt und andererseits haben die eingeladenen Künstler*innen die Möglichkeit, im Kontext der Sammlung des Museums zu recherchieren, auf spezifische Sammlungsstücke Bezug zu nehmen und in Korrespondenz mit historischen Artefakten neue Arbeiten zu entwickeln.

In der multimedialen Ausstellungsreihe LAMENTO werden grafische Arbeiten, Fotografien, Videos, Skulpturen, konzeptionelle Werke und Interventionen auf Werbeflächen im öffentlichen Raum die atmosphärischen Facetten des Trauerns, des Erinnern und des Gedenkens thematisieren. Zu den Ausstellungen wird eine begleitende Publikation erscheinen, die den Besucher*innen einen Zugang zu den Werken und Themen der Ausstellung ermöglichen soll.

Das kuratorische Team der Ausstellung sind der Kunstwissenschaftler und Direktor des Museums für Sepulkralkultur, Dr. Dirk Pörschmann, die Künstlerin Ella Ziegler, die Volkskundlerin Dr. Ulrike Neurath und der Kunstpädagoge Gerold Eppler M.A.

Dr. Dirk Pörschmann, Direktor und Kurator, Museum für Sepulkralkultur

Die Ausstellung wird gefördert von der Hessischen Kulturstiftung, der Stiftung Deutsche Bestattungskultur und der Kasseler Sparkasse.

KÜNSTLER*INNENLISTE

Folgende künstlerische Positionen werden in der Ausstellung LAMENTO I – Trauer und Tränen im Museum für Sepulkralkultur präsentiert:

Bas Jan Ader (NL) / I'am to sad to tell you, 1971 (Filmprojektion, Postkarte) Mathilde ter Heijne (NL) / Lament, Song for Transitions, 2014 (Video) Ella Ziegler (DE) / Stone from Tears of a Deer, 2018 (Video) Nina Jansen (DE) / Ohne Titel (Taschentuch bestickt) (Objekt) Dieter Roth (CH) / Das Tränenmeer (Anzeigen in Tageszeitung) Nancy Borowick (US) / THe Family Imprint, 2017 (Fotografie) Dorothee von Windheim (DE) / „Salve sancta facies" (Fotografische Drucke auf Gaze) John Moore (US) / Weinendes Kind an der Grenze / Fotografie / 2019 Urs Lüthi (DE) / Lüthi weint auch für sie / Fotografie / 1970

Melden Sie sich bitte an , um eine hochauflösende Version herunterzuladen.

Bildlegenden

1.Nancy Borowick, „Die Umarmung“,
aus „The Family Imprint“, 2017
© Nancy Borowick

2.   Schultertuch: Freud- und Leidtuch, Mitte 19.Jh.
Museumslandschaft Hessen Kassel
Volkskundesammlung, Foto: Mirja Loewe

3.   Blick in die Ausstellung: © Foto Maja Wirkus: Museum für Sepulkralkultur, Bildarchiv

im Hintergrund: Videoarbeit von Bas Jan Ader „I’m too sad to tell you“, Bas Jan Ader © The Artist Rights Society (ARS), New York. All rights reserved

Im Vordergrund: Trauertrachten, Lindhorst, 19 Jh.

4.   Blick in die Ausstellung: © Foto Maja Wirkus: Museum für Sepulkralkultur, Bildarchiv

im Hintergrund: Videoarbeit von Mathilde ter Heijne „Lament, Song for Transitions, 2010
im Vordergrund: „Tränenkrüglein“, Museumslandschaft Hessen Kassel Volkskundesammlung

5.   Urs Lüthi, „Lüthi weint auch für sie“
© Urs Lüthi, VG Bild-Kunst, Bonn 2019

6.   Nina Jansen, Ohne Titel, 2002
© Nina Jansen, VG Bild-Kunst, Bonn 2019

7.   Pieta, süddeutsch, um 1500
© Foto Frank Hellwig: Museum für Sepulkralkultur, Bildarchiv

 

"...gib mir den Ort"

Zeitraum: 15. Februar 2010 – 15. März 2020

Pressemitteilung

Sechs Facetten der Trauer um ein Kind

Eine Ausstellung von Claus Maywald

mit Beiträgen von Chris Paul und Felix Pestemer

Ausgangspunkt der Ausstellung "… gib mir den Ort" ist der Gedichtband "Monolog". Darin spricht Claus Maywald zu seiner mit sechs Jahren verstorbenen Tochter Lara. In diesem "Monolog" durchlebt Claus Maywald die Facetten des Trauerns. Chris Paul, die Soziale Verhaltenswissenschaftlerin und Leiterin des TrauerInstituts Deutschland, beschrieb diese in ihrem Kaleidoskop des Trauerns. Das Auf und Ab des Trauerweges von Claus Maywald übersetzte der Künstler und Illustrator Felix Pestemer in großformatige Seelenbilder.

Diese spiegeln wider, wie schwer es Betroffenen fällt, den Verlust zu realisieren und mit dem Schmerz zu leben. Die Suche von Claus Maywald nach Orten, an denen er seine Tochter Lara "wiederfinden" könnte, ist damit auch gleichzeitig die Suche nach dem Sinn eines unzeitigen Todes.

Eine Version von "… gib mir den Ort" kann als Wanderausstellung ausgeliehen werden.

Melden Sie sich bitte an , um eine hochauflösende Version herunterzuladen.

Bildlegenden

1.   "Deine Sonne"
Zeichnung: Felix Pestemer, Foto: Frank Hellwig
© Felix Pestemer

2. "... aber den Schmerz kann ich spüren".
Zeichnung: Felix Pestemer, Foto: Frank Hellwig
© Felix Pestemer

2.  Umschlagcover Katalog "...gib mir den Ort" von Claus Maywald, Zeichnung: Felix Pestemer
© Claus Maywald

News

Unsere neue Website ist online!

18. März 2020

Pressemitteilung

Unsere neue Webseite ist online!
www.sepulkralmuseum.de

Mitte Februar 2020 ging unsere neue Webseite nach einem guten halben Jahr konzeptioneller und redaktioneller Arbeit online. Zehn Jahre sind seit dem letzten Relaunch vergangen, seitdem haben sich die Nutzergewohnheiten und auch die technischen Möglichkeiten geändert. Der Relaunch trägt durch eine umfassende technische Überarbeitung nicht nur einer zeitgemäßen Präsentation Rechnung, sondern öffnet auch den Blick auf die beständige Arbeit der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e. V. sowie des Museums und Zentralinstitutes für Sepulkralkultur. Umfangreiche Inhalte stehen dank der modernen, klaren und übersichtlichen Gestaltung schneller zur Verfügung – auch für ein internationales Publikum.

Das responsive Design ist für alle Bildschirmgrößen, vom Smartphone bis zum Desktop, optimiert. Große und abwechselnde Bilder und Videos leiten durch die Webseite.

MUSEUM, FORSCHUNG UND VEREIN

Die Neustrukturierung der Webseite gibt jedem der drei Bereiche Museum, Forschung und Verein ihren Raum und spiegelt damit zugleich ihre Vernetzung untereinander wieder. Die unterschiedlichen Tätigkeitsbereiche werden unkompliziert und benutzerfreundlich präsentiert. Durch vielfache Querverweise und die Zusammenführung aller aktuellen Neuigkeiten und Veranstaltungen aus Forschung, Museums- und Vereinstätigkeit auf der Startseite wird aber vor allem ihre Verbundenheit öffentlich wahrnehmbar. Die neue Strukturierung ist nicht hierarchisch, sondern vernetzt und bietet schnelle Zugangsmöglichkeiten für Besucher*innen mit verschiedenen Interessen und Anliegen.

UMFANGREICHERE INHALTE

Zusätzlich zu aktuellen Informationen beschreitet die inhaltliche Neukonzeption der Webseite den Weg hin zur Transparenz unserer aktuellen Arbeit. Für den oder die interessierte*n Besucher*in, aber auch für Journalist*innen und Forscher*innen wird über ein umfangreiches Ausstellungs- und Veranstaltungsarchiv ein Rückblick auf die Geschichte gewährt und ebenso erfahren Sie von unserer Vision für die Zukunft. Unsere Kolleg*innen werden über laufende Projekte berichten, Blicke hinter die Kulissen gewähren und besondere Neuerwerbungen vorstellen. Auch die Zugänglichkeit zu von Bibliothek, Fotoarchiv und Magazin rückt stärker in den Fokus als bisher.

MEHRSPRACHIGKEIT

Die konsequente Übersetzung der Webseite ins Englische wird unserem wachsenden internationalen Publikum gerecht. Hiermit und durch die erweiterten Inhalte soll die Webseite auch für Interessierte, die nicht zu einem Besuch ins Museum kommen können, eine wertvolle Quelle sein.

Den neuen Internetauftritt zu gestalten und technisch umzusetzen war mir eine Herzensangelegenheit, da ich das Museum für Sepulkralkultur schon zu meiner Studienzeit in Kassel sehr geschätzt habe. Die besondere Herausforderung bei der Erarbeitung von Webseiten für Museen ist, dass nicht die Erstellung und Definition von Gestaltungselementen im Mittelpunkt steht, sondern die Entwicklung eines durchgängigen, flexiblen Layout- Konzeptes und einer Bildsprache, die Neugier weckt, ohne von den gezeigten Ausstellungsstücken abzulenken, so Gestalter und Webdesigner Thorsten Groeger aus Hamburg-Altona / www.stilwechsel.de.

Jutta Lange und Tatjana Ahle

Projektleitung Relaunch


Jutta Lange, Kunstwissenschaftlerin, ist im Museum für Sepulkralkultur hauptverantwortlich u. a. tätig in den Bereichen Kommunikation und Redaktion.

Tatjana Ahle, Kultur- und Religionswissenschaft sowie Kunst, ist seit März 2019 u. a. für den Relaunch und seit September 2019 im Rahmen des KiWIT Trainee-Programms der Stiftung Genshagen im Museum tätig.

Melden Sie sich bitte an , um eine hochauflösende Version herunterzuladen.

7 Millionen für Neukonzeption und Sanierung

29. November 2019

Pressemitteilung

Umsetzung der „Vision für die Zukunft“ rückt näher:
Der Deutsche Bundestag stellt dem Museum für Sepulkralkultur Kassel 7 Mio. Euro zur Verfügung

Das im Jahr 1992 eröffnete Museum für Sepulkralkultur in Kassel erhält aus Bundesmitteln 50 Prozent der Investitionskosten (Gesamtkosten 14 Mio. Euro), die für die inhaltliche Neukonzeption der Dauerausstellung, energetische Sanierung sowie Erweiterung der Funktionsbereiche erforderlich sind. Die Mittel werden aus dem Haushalt der Beauftragten für Kultur und Medien, Frau Staatsministerin Prof. Monika Grütters, zur Verfügung gestellt.

Prof. Monika Grütters: „Das Sepulkralkultur Museum lebt von seinem ungewöhnlichen Thema. Es hat sich damit zu einem außerordentlichen Kultur- und Erinnerungsort entwickelt und beweist eindrucksvoll, dass die Themen Sterben, Tod, Trauer und Bestattung fester Bestandteil unserer Kultur sind. Mit diesem elementaren Thema spricht das Museum unterschiedslos uns alle an. Wenn es um die große Frage vom Anfang und Ende des Lebens geht, um Nachdenkliches, um Einkehr und um Transzendenz, dann berührt das seine Besucher immer sehr. Wegen der Bedeutung dieser Thematik beteiligt sich der Bund gerne an der Sanierung des Museums.“

Das Museum für Sepulkralkultur besteht als Kultureinrichtung von bundesweiter Bedeutung seit 1992. Es wurde dem bereits 1979 gegründeten Zentralinstitut für Sepulkralkultur angegliedert. Das Museum rückt das Thema Bestattungskultur in den Mittelpunkt seiner Vermittlungsarbeit und veranschaulicht Kontinuitäten und Brüche im Umgang mit Sterben, Tod, Bestatten, Trauer und Gedenken. Architektonisch besteht das Museum aus dem historischen Bestandsbau – der ehemaligen Remise der Henschel-Villen (1903/1904) – und dem daran angeschlossenen, musealen Neubau, der beide Einheiten städtebaulich zu einem signifikanten Ensemble zusammenführt.

Nach fast drei Jahrzehnten des Betriebs benötigt das einzigartige Museum eine Neukonzeption der Dauerausstellung, die den aktuellen Stand des gesellschaftlichen Diskurses und der wissenschaftlichen Forschung widerspiegelt. Zudem ist eine grundlegende Renovierung und hierbei vor allem eine elementare Verbesserung der Klima- und Lüftungstechnik an die energetischen und konservatorischen Anforderungen eines zeitgemäßen Museumsbetriebs erforderlich.

Direktor Dr. Dirk Pörschmann: „Dass unser Museum für die dringend notwendigen Aktualisierungen der Dauerausstellung und die Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten nun finanzielle Unterstützung erfährt, ist ein großes Glück und ein Verdienst des ganzen Teams. In vielen Jahren kreativer und konstanter Arbeit hat sich das Museum für Sepulkralkultur als bundesweit einzigartige Institution etabliert. Wir arbeiten für die Gesellschaft, indem wir die Themen Sterben, Tod, Bestattung und Trauer in vielfältiger Weise in das Bewusstsein der Menschen bringen.“

Die inhaltliche Neukonzeption vermittelt das facettenreiche Verhältnis des Menschen zum Tod. Dieses wird insbesondere vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung sowie von Migrationsbewegungen durch aktuelle multikulturelle, ethische, soziologische, medizinische, sozialpsychologische, theologische und naturwissenschaftliche Aspekte im Umgang mit Sterben und Tod veranschaulicht.

Der Kasseler SPD-Bundestagsabgeordnete Timon Gremmels und der Kasseler Oberbürgermeister Christian Geselle haben es sich nicht nehmen lassen, am Eröffnungsabend der Ausstellung „LAMENTO. Trauer und Tränen“ (15.11.2019) mit dem versammelten Publikum ihre große Freude über die Bewilligung der Bundesförderung zu teilen. Zudem wurden bereits Haushaltsmittel der Stadt Kassel zugesagt. Kulturdezernentin Susanne Völker betonte: „Das Museum für Sepulkralkultur nimmt in der bundesdeutschen Museumslandschaft eine Sonderstellung ein. Mit seinem inhaltlichen Fokus berührt das Haus zentrale Aspekte des menschlichen Seins, denen in unserer modernen Gesellschaft oft wenig Raum zugestanden wird. Seit seiner Gründung vor 27 Jahren eröffnet das Haus stets aufs Neue innovative, informative und lebensbejahende Blickwinkel durch vielfältige Ausstellungen und Veranstaltungen. Ich freue mich, dass dem Museum für Sepulkralkultur nun eine Perspektive für eine Modernisierung und zeitgemäße Entwicklung geschaffen wird.“

Aktuell finden Verhandlungen mit dem institutionellen Förderer des Museums, dem Land Hessen, statt, um bald Planungssicherheit zu haben. Die Hessische Justizministerin und Kasseler CDU-Vorsitzende Eva Kühne-Hörmann sagte, das Museum sei neben der documenta eine „weitere, in Deutschland einzigartige Kulturinstitution“, die ihren Sitz in Kassel habe. Die Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) sowie der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) hatten von 2017 bis 2018 die Entwicklung der nun vorliegenden „Vision für die Zukunft“ finanziell gefördert. Das Museum für Sepulkralkultur erhofft sich im Bereich der Kosten für die Einrichtung der aktualisierten Dauerausstellung weitere Unterstützung der beiden christlichen Kirchen sowie vielfältige Förderer und Spender, um den notwendigen Eigenanteil aufbringen zu können.

Melden Sie sich bitte an , um eine hochauflösende Version herunterzuladen.

Bildlegenden

1. Dr. Dirk Pörschmann, Timon Gremmels und Christian Geselle
Foto: Maja Wirkus
Museum für Sepulkralkultur, Kassel, Bildarchiv

2. Innenraum des Museums
Foto: Maja Wirkus
Museum für Sepulkralkultur, Kassel, Bildarchiv

3. und 4. : Dr. Ulrich Hermanns, Ausstellung Medien Transfer GmbH

keyboard_arrow_up

facebook youtube instagram

Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V.

Zentralinstitut für Sepulkralkultur

Museum für Sepulkralkultur

Weinbergstraße 25–27
D-34117 Kassel | Germany
Tel. +49 (0)561 918 93-0
info@sepulkralmuseum.de

Loading...