TRAUER
© Strassacker

Wohin mit der ganzen Trauer?

Ein Projekt der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e. V.
und Ernst Stras­sacker GmbH & Co. KG

Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal fordert gesellschaftlichen Wandel:

Trauer braucht Wertschätzung und neue Freiräume

Jährlich sterben in Deutschland fast eine Million Menschen (954.874 in 2018 lt. Stat. Bundesamt), mehrere Millionen trauernde Hinterbliebene bleiben zurück. Doch unterstützt und begleitet die Gesellschaft Trauernde noch richtig? Nur wenn wir deren Bedürfnisse erkennen, verstehen und wertschätzen, können wir sie befähigen, optimal aus ihrer schwierigen Lebensphase herauszufinden. Und diese Bedürfnisse haben sich verändert: Heilsame Trauer braucht neuesten Studien zufolge vor allem individuelle Rituale, wie sie auf Friedhöfen oft (noch) nicht gestattet sind.

Die Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal fordert daher auch angesichts zunehmender privater Konkurrenz, dass sich der Friedhof als immer noch wichtigster Ort der Trauerbewältigung erneuert. Nur so könne aus Trauer unbelastete Erinnerung werden. Denn auch moderne, oft anonyme Varianten der Bestattung böten dafür keine optimalen Voraussetzungen. Zu diesen Ergebnissen kommen aktuell gleich zwei wissenschaftlich fundierte Studien des Trendforschers Matthias Horx und der Soziologen Dr. Thorsten Benkel und Matthias Meitzler.

Ein Kongress zur Zukunft von Friedhöfen

25. Oktober 2019 im MATERNUSHAUS, Köln

Friedhöfe neu denken

Der für Menschen hilf­reiche Umgang mit Trauer findet auf vielen Friedhö­fen nicht die notwendige Berücksichtigung. Viele der dort angebotenen Beisetzungsorte helfen trauernden Hinterblie­benen nicht und sind mitverantwortlich für die mangelnde Attraktivi­tät und die zunehmend schwindende Akzeptanz bestehender Friedhöfe. 

DABEI SEIN, WENN ZUKUNFT PASSIERT

Um den Friedhof als gesellschaftlich akzeptierten, für Hinterbliebene attraktiven „Raum für Trauer“ zu gestal­ten und ihn als wertgeschätzten Ort für trauernde Men­schen zu etablieren, muss es gelingen, ihn im Zentrum der Gesellschaft selbst zu etablieren. Im Mittelpunkt des Friedhofs der Zukunft stehen die Bedürfnisse der Menschen. Wissenschaftlich fundierte Studien zeigen, dass die auf Friedhöfen angebotenen Beisetzungsorte, den Erfordernisse einer als gelungen angesehenen Trauerarbeit gerecht werden müssen. Nur so kann der Friedhof als Ort der Beisetzung nützlich und für die Trauer der Hinterbliebenen attraktiv und hilfreich sein. Es kann gelingen, die Attraktivität bestehender Friedhö­fe zu steigern, wenn ihr immaterieller Nutzen, das heißt die wirkungsspezifische Funktion der dort angebotenen Beisetzungsorte in den Mittelpunkt rückt.

Auf Friedhöfen entstehen in Zukunft „Orte der Trauer“, die Menschen helfen. Was Friedhöfe leisten, und wie für Menschen hilfreiche Beisetzungsorte aussehen, erfah­ren Sie am 25. Oktober 2019 in Köln.

Dr. Dirk Pörschmann, Geschäftsführer Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V., Direktor Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkultur
Matthias Horx
, Pionier der Zukunftsforschung, Gründer Zukunftsinstitut

Kongress "Heilsame Abschiede" am 25. Oktober 2019 im Maternushaus Köln
Foto: Thomas Schlorke
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Dr. Thorsten Benkel, Dr. Dirk Pörsch­mann, David Roth, Marc Templin und Prof. Dr. Birgit Wagner im Gespräch
Foto: Thomas Schlorke
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Projektionen im Kölner Stadtraum
Foto: Thomas Schlorke
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Alle 33 Sekunden stirbt ein Mensch in Deutschland...
Foto: Thomas Schlorke
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Das Online­ma­gazin für heil­sames Trauern

Welche Orte braucht die Trauer? Welche Rituale helfen? Wie gehen andere Menschen oder Kulturen mit der Trauer um?

Das Online­ma­gazin Trauer Now gibt Antworten und ermög­licht eine neue Klar­heit. Wir beleuchten das Thema in all seinen Facetten. Wir zeigen Lösungs­wege und geben Inspi­ra­tionen, wie heil­sames Trauern beim Abschied von einem Menschen gelingen kann.

Ideen für den Friedhof der Zukunft

Thema des Wettbewerbs ist die zeitgemäße Weiterentwicklung von Friedhöfen. Aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen im Umgang mit Sterben, Tod und Trauer verändern auch die Anforderungen an Begräbnisorte. Deshalb fragen wir nach dem Friedhof der Zukunft. Wie könnte ein Friedhof aussehen, der den Bedürfnissen von Trauernden besser gerecht wird und die psychologischen Funktionen eines Beisetzungsortes berücksichtigt? Was könnte ein solcher Friedhof leisten – nicht als Ort der Toten, sondern als Raum für die Lebenden? Welche Gestaltung und welche Angebote könnten dazu beitragen, der Trauer einen aktiven Ort in der Gesellschaft zu geben und den Tod und die Trauer zu enttabuisieren?

Ziel des Wettbewerbs ist die Gestaltung von geeigneten Orten auch als räumliche Situationen auf dem Friedhof Hamburg-Ohlsdorf, die individuelle oder gemeinschaftliche Rituale und Handlungen des Abschiednehmens ermöglichen. In diesem Sinne sucht der Wettbewerb nach innovativen, experimentellen oder sogar gewagten Konzepten. Zu entwerfen sind Situationen innerhalb einer übergeordneten Struktur, die verschiedenartig gestaltet, wahrgenommen und gehandhabt werden können. Diese Orte, bzw. räumliche Situationen sollen Trauerhandlungen unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen ermöglichen. Die sozialräumliche Struktur soll sich aus privaten, gemeinschaftlichen und öffentlichen Bereichen zusammensetzen. Ein Aufenthalt am Beisetzungsort soll für die Menschen eine heilsame und positive Wirkung haben.

Von den Teilnehmer*innen des Wettbewerbs werden Beiträge erwartet, die folgende Ebenen fokussiert oder integrativ behandeln:

  • den Beisetzungsort als Raum für individuelle Trauer und persönliche Trauerhandlungen,
  • die räumliche Struktur des Friedhofs inklusive der Öffentlichkeitsgrade seiner Teilräume,
  • eine zeitgemäße Programmatik,
  • eine zeitgenössische Ästhetik und ansprechende Atmosphären,
  • Möglichkeiten einer künftigen Governance von Friedhöfen und/ oder von gemeinschaftlichen Teilräumen auf Friedhöfen.

Teilnahmeberechtigt sind Studierende der oben genannten Fachrichtungen sowie Berufsanfänger*innen bis zur Vollendung des 35. Lebensjahres.

Stand: Februar 2020
© Trauer Now/ 2020

Alle 33 Sekunden stirbt ein Mensch in Deutschland.*

Unter trauer-now läuft seit 2019 eine Sterbeuhr.

* 954.874 Sterbefälle 2018, Quelle: Statistisches Bundesamt

Raum für Trauer – Erkenntnisse und Herausforderungen

Dieser Band stellt Forschungsergebnisse und psychologische Analysen in den Mittelpunkt, die zeigen, dass bei der Bewältigung von Trauer, heute die Individualität der Hinterbliebenen in den Vordergrund tritt und welche Rolle hierbei der Friedhof zu erfüllen hat. Im Mittelpunkt steht dabei die zentrale Bedeutung, die der „aktive Umgang“ mit Trauer und somit auch der „aktive Umgang“ mit dem Trauer- und Beisetzungsort auf dem Friedhof hat.

Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V., Kassel
ISBN: 978-3-924447-56-4
Preis: 22,80 Euro inkl. MwSt.

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Die Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e. V. ist ideeller Träger des Projekts.

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Tel. +49 (0)561 918 93-0
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