Maarten Thiel – Lost Worlds

Signatur des Künstlers Maarten Thiel in seiner Handschrift

Maarten Thiel – Lost Worlds

Fliegende Wesen zwischen Tier und Maschine, wuchernde Pflanzen, rätselhafte Apparaturen: Maarten Thiels Bildwelten sind ebenso faszinierend wie beunruhigend. Das Museum für Sepulkralkultur präsentiert eine erlesene Auswahl von Tuschezeichnungen, Farbradierungen und Ölbildern aus den 1970er-Jahren.

Mit großer zeichnerischer Präzision verbindet Thiel die Tradition naturkundlicher Abbildungen mit surrealer Fantasie. Seine technischen Geräte erscheinen ingenieurhaft genau, seine organischen Gebilde entfalten ein Eigenleben. Pfeile, Ziffern und gestrichelte Linien versprechen Erklärungen und vertiefen doch das Rätsel. Im Zentrum steht das spannungsvolle Verhältnis von Natur und technisch geprägter Zivilisation. Pflanzen durchdringen Bauwerke, vogelartige Geschöpfe behaupten sich neben Flugkörpern, menschliche Erfindungen werden zu Relikten. Der Mensch selbst bleibt meist abwesend; wo er erscheint, wirkt er ohnmächtig oder tot. In der Malerei und den kolorierten Radierungen eröffnen sich weitere Räume der subjektiven Mythologie Thiels.

Zwischen magischem Realismus und Science-Fiction entfaltet sich ein sanfter Horror von bildhafter Poesie. Thiels Werke lassen nach Vergänglichkeit, Überleben und den Grenzen menschlicher Verfügung fragen. Zeigen sie eine Welt nach dem Menschen – oder die Sehnsucht nach einer Harmonie von Natur und Technik? Die Ausstellung lädt dazu ein, diesen offenen Fragen und den subtilen Spannungen der Bilder nachzuspüren.

Eröffnung

Wir feiern die Eröffnung dieser Ausstellung am 25. November 2026 um 18 Uhr. Nach einem Grußwort von Dr. Dirk Pörschmann, dem Leiter des Museums für Sepulkralkultur, gibt die Galeristin Julia Philippi eine Einführung in das Werk von Maarten Thiel.

Maarten Thiel wurde 1945 in Amsterdam geboren. Von 1963 bis 1965 studierte er freie Malerei und Grafik an der Academie ’63 in Haarlem bei Ger Lataster und Frans Verpoorten sowie parallel Kunstpädagogik an der Pädagogischen Hochschule in Amsterdam. 1964 entstanden seine ersten Farbradierungen; eine Studienreise führte ihn nach Spanien und Nordafrika. Seit 1965 lebte und arbeitete Thiel als freischaffender Künstler in Kassel. Von 1977 bis 1984 übernahm er einen Lehrauftrag für zeichnerisches Entwerfen im Fachbereich Architektur der Universität Gesamthochschule Kassel, von 1990 bis 1992 einen Lehrauftrag für Zeichnen an der Werkakademie für Gestaltung in Kassel. Er starb am 20. September 2008. Seine Arbeiten befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen in Europa, in den USA, Kanada, Südafrika und auf den Philippinen.

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