Transmortale XV – Neue Forschungen zu Sterben, Tod und Trauer
Die transmortale ist eine zweitägige Präsenzveranstaltung, die jährlich im Museum für Sepulkralkultur in Kassel stattfindet. Am Freitagabend, dem 6. März, beginnt die transmortale XV mit einer als Symposium organisierten Buchvorstellung. Die dann druckfrisch vorliegende Publikation „(Un-) Sichtbarkeit der Toten. Theologisches am Friedhof“ (24 Textbeiträge, Springer VS / Wiesbaden) wird durch eine Einführung der Herausgeber, drei Vorträge sowie ein Podiumsgespräch vorgestellt. Der folgende Tag bietet am 7. März eine thematisch offene Plattform für Nachwuchswissenschaftler*innen unterschiedlicher Disziplinen, um ihre Forschungsprojekte oder Qualifikationsarbeiten zum Thema Tod vorzustellen, was eine breite Vielfalt an Perspektiven und wissenschaftlichen Ansätzen ermöglicht.
Die Auseinandersetzung mit dem Tod begleitet die Menschheit seit Anbeginn ihrer Tage. Er ist ein Problem der Lebenden, und deshalb weisen alle wissenschaftlichen Disziplinen, die sich mit dem (Zusammen-)Leben der Menschen befassen, auch Berührungspunkte zu Sterben und Tod, zu Abschied und Gedenken, zur Endlichkeit und zu den Versuchen auf, das Unvermeidliche zu bewältigen.
Die Themen Sterben, Tod und Trauer sind seit längerem verstärkt in den Fokus der fächerübergreifenden Forschung gerückt. Disziplinen wie Archäologie, Ethnologie, Kulturanthropologie oder Kunstgeschichte beschäftigen sich seit jeher mit Gräbern und Begräbnisplätzen. Inzwischen interessieren sich jedoch weitere, ganz unterschiedliche Disziplinen für den Wandel der Trauer- und Bestattungskultur, zum Beispiel die Soziologie, Psychologie, Geschichte, Philosophie, Medizin(-Ethik), Gesundheits- und Pflegewissenschaften, Geschlechterforschung sowie Kultur- und Medienwissenschaften.
Der Workshop transmortale bietet eine Plattform für das Forschungsfeld Sterben, Tod und Trauer. Er richtet sich an junge Wissenschaftler*innen, die sich in der Abschlussphase einer Qualifikationsschrift befinden, aber auch an Postdocs und andere interessierte Forschende. Ihnen wird die Möglichkeit gegeben, neue Perspektiven zu entwerfen und sie in größerer Runde zu diskutieren. Ziel ist eine interdisziplinäre Auseinandersetzung, die empirische und theoretische Ansätze zusammenführt und einen intensiven Austausch ermöglicht. Auf diese Weise können aktuelle Fragen und Ergebnisse interdisziplinär beleuchtet und inhaltliche Gemeinsamkeiten transdisziplinär zusammengeführt werden.
Programm
Beginn 16 Uhr
Begrüßung | Dr. Dirk Pörschmann, Direktor Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkultur
Einführung | Dr. Dirk Pörschmann, Direktor Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkultur, Prof. Dr. Tobias Hack, Katholisch-Theologisches Seminar / Philipps-Universität Marburg und Prof. Dr. Malte Krüger, Rudolf-Bultmann-Institut für Hermeneutik / Philipps-Universität Marburg
16.30 – 17.15 Uhr
Vortrag Erschütterungen, wo „alles Beredtheit“ ist, oder: einige Gedanken mit der „halben Durchsichtigkeit des Nachtnebels“ (inklusive 15 Minuten Diskussion) | PD Dr. Simone Neuber (Tübingen)
17.15 – 18.00 Uhr
Vortrag Ein Ort für die, die viel geliebt haben (inklusive 15 Minuten Diskussion) | Dr. Sabine Joy Ihben-Bahl (Münster)
18.00 – 18.15 Uhr
Pause
18.15 – 19.00 Uhr
Vortrag Friedhof und Trauer (inklusive 15 Minuten Diskussion) | Prof. Dr. Ulrike Wagner-Rau (Marburg)
19.00 – 19.30 Uhr
Podiumsgespräch
10.00 – 10.15 Uhr
Begrüßung | Dr. Dirk Pörschmann, Direktor Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkultur
Panel 1
10.15 – 10.45 Uhr
Mit den Toten sprechen? Ethnografische Perspektiven auf Trauer- und Erinnerungskulturen im Zeitalter der KI (inklusive 10 Minuten Diskussion) | Alexandra Rau (München)
10.45 – 11.15 Uhr
Implikationen für den Umgang mit Deathbots aus Sicht der professionellen Trauerbegleitung (inklusive 10 Minuten Diskussion) | Anja Kanzinger (Regensburg)
11.15 – 11.45 Uhr
Pause
Panel 2
11.45 – 12.15 Uhr
Sprachgrenzen angesichts des Todes – Über die Grenzen der Sprache in Spiritual Care (inklusive 10 Minuten Diskussion) | Samuel Heinrich (Regensburg)
12.15 – 12.45 Uhr
Der Tod als Fluchtpunkt existenzieller Krisen im höheren Lebensalter – Eine empirisch informierte Analyse (inklusive 10 Minuten Diskussion) | Felix Weibezahl (Oldenburg)
12.45 – 14.00 Uhr
Mittagspause
Panel 3
14.00 – 14.30 Uhr
Der Tod als pädagogische Zumutung – Endlichkeit als Grundlage von Mündigkeit (inklusive 10 Minuten Diskussion) | Semin Wenzel (Darmstadt)
14.30 – 15.00 Uhr
Zum Verhältnis von Boden-Sorge, Vergänglichkeit und Technik – Eine Sondierung der Friedhofs- und Bestattungskultur (inklusive 10 Minuten Diskussion) | Sarah Baum (Augsburg)
15.00 – 15.30 Uhr
Pause
Panel 4
15.30 – 16.00 Uhr
Vom guten Sterben – eine Begriffsanalyse (inklusive 10 Minuten Diskussion) | Sophia Bröchtel (Göttingen)
16.00 – 16.30 Uhr
Wie umgehen mit Funden von menschlichen Präparaten in medizinischen Einrichtungen? Ein Leitfaden zum Umgang mit Human Remains in medizinischen Sammlungen (inklusive 10 Minuten Diskussion) | Moritz Verdenhalven (Frankfurt am Main)
16.30 – 17.00 Uhr
Abschlussdiskussion
Anmeldung
Anmeldung bis zum 27. Februar 2026
Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e. V.
Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkultur
Weinbergstraße 25 – 27, 34117 Kassel
E-Mail: info@sepulkralmuseum.de
Telefon: 0561 9189340
Teilnahmebeitrag: 50,- Euro / ermäßigt 25,- Euro (Studierende).
Für den zweiten Tag kann für 30,- Euro pro Person Verpflegung (Mittagsimbiss, Kuchen, Obst, Getränke) gestellt werden. Ohne diese ist Selbstversorgung erforderlich.
Rücktrittsbedingungen:
Bei Verhinderung nach der Anmeldung bitten wir um Nachricht bis 7 Tage vor Tagungsbeginn. Andernfalls müssen wir Ihnen den vollen Kostenbeitrag in Rechnung stellen. Sie haben jederzeit die kostenfreie Möglichkeit, eine*n Ersatzteilnehmer*in zu benennen.
Datenschutz:
Ihre Anmeldedaten werden ausschließlich zum Zweck der Anmeldung benötigt und unterliegen dem Datenschutz.
Über die transmortale
In vielen wissenschaftlichen Disziplinen wird das Thema Tod berührt. Die jährlich stattfindende transmortale bietet jungen Wissenschaftler*innen, die sich in der Abschlussphase einer Qualifikationsschrift befinden, Postdocs und anderen interessierten Forschenden eine Plattform für das Forschungsfeld Sterben, Tod und Trauer. Sie sind angesprochen, ihre Perspektiven in größerer Runde vorzustellen und zu diskutieren. Ziel ist eine interdisziplinäre Auseinandersetzung, die empirische und theoretische Ansätze zusammenführt und einen intensiven Austausch eröffnet.
Unter dem Titel transmortale fand erstmals am 6. Februar 2010 ein Workshop an der Universität Hamburg statt, um die vielseitigen und vielschichtigen Forschungsansätze zum Thema Sterben, Tod und Trauer zu verknüpfen. Die Veranstaltungen transmortale II bis IX haben in einem erweiterten Rahmen als Tagung und Workshop im Museum für Sepulkralkultur in Kassel stattgefunden.
2017 gab es mit der Transmortality International eine internationale Konferenz in Luxembourg, organisiert durch das Research Project: Material Culture and Spaces of Remembrance.
Eine Auswahl von Beiträgen wurde veröffentlicht in: Moritz Buchner und Anna-Maria Götz (Hrsg.): transmortale. Sterben, Tod und Trauer in der neueren Forschung (Kasseler Studien zur Sepulkralkultur Band 22), Köln: Böhlau, 2016. Der Band vereint eine Auswahl an transmortale-Beiträgen aus unterschiedlichen Fachrichtungen wie Geschichte, Kunstgeschichte, Ethnologie, Kulturanthropologie, Soziologie, Theater-, Film-, und Musikwissenschaften sowie Kultur- und Medienwissenschaften.