Geschichte des Museums
Vor der Grundsteinlegung im Jahr 1989 gab es noch weitere Pläne für die Neubebauung: z. B. für eine NS-Gauburg, ein Spitzenhotel oder das neue Staatstheaters. Der Weinberg war ein begehrtes Areal, auf dem sich zu früheren Zeiten die Biergärten drängten und zum Sonntagsausflug luden. Keiner der neuen Pläne wurde jedoch umgesetzt und so blieben Remisengebäude und Kammerdienerhaus eine Zeit lang allein. Durch den Krieg war es stark beschädigt worden und heruntergekommen. Eine anschließende Besetzung in den 70er und 80er Jahren hinterließ ebenfalls eigene Spuren. Mehrere Graffiti, zum Beispiel eines auf der Hangseite mit den Worten „the house is ours“, zeugen vermutlich noch von jener Zeit. So sah sich jedwede künftige Nutzung einer großen baulichen Herausforderung gegenüber.
Das auffallende Graffito neben dem Eingangstor des Museums allerdings entstand im Rahmen einer Ausstellung. Urheber ist Harald Naegeli, der vor allem für den heute weitgehend zerstörten “Kölner Totentanz” unter dem Namen “Sprayer von Zürich” bekannt wurde. Der “Totentanz” bestand aus zahlreichen Gerippen auf öffentlichen Wänden in ganz Köln. 1998 mischte sich Harald Naegeli zur Eröffnung der Sonderausstellung “Tanz der Toten – Totentanz” im Museum für Sepulkralkultur unter das Publikum und hinterließ mit seiner Spraydose mehr oder weniger versteckte Gerippe auf dem Gemäuer der Remise.
Als Standort für die Stiftung Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkultur als Ort des Gedenkens und der Prospektion scheint das den vielen Wechselfällen der Geschichte Rechnung tragende und zugleich vor weitem Horizont ruhende Gebäude ideal. Für die Realisierung des Projektes wurden 1987 neun deutsche Architekt*innen zu einem Wettbewerb eingeladen, den der Gründungsdirektor des Museums Hans-Kurt Boehlke selbst nach seinen Vorstellungen formuliert hatte. Er wünschte sich nämlich, dass „aus der Architektur des Hauses dessen Aufgabe erkennbar sein müsse, Überkommenes zu bewahren, um von diesem Fundament aus prospektive Wege aufzuzeigen“. Im Februar 1988 tagte das Preisgericht unter Vorsitz eines ehemaligen Studienkollegen Boehlkes, Max Bächer, und entschied sich schlussendlich für den Entwurf Wilhelm Kückers. Der luftige Glas- und Betonbau, der das denkmalgeschützte Überbleibsel der Henschel-Anlage über den auch vor dem Neubau schon vorhandenen „Eidechsengang“ hinweg berührt, verbindet seitdem alt und neu.
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