Neukonzeption

Das Museum für Sepulkralkultur gibt es bereits seit 1992. Es ist dem Themenfeld Sterben, Tod, Bestattung, Trauer und Gedenken gewidmet. Durch Aufklärung, Beratung und Vermittlung in einem vielfältigen Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm gelingt es, Diskurse anzustoßen, die einerseits den Wandel der Sepulkralkultur lebendig begleiten und andererseits die Möglichkeit für eine bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit bieten.

Die zentralen Aufgaben des Museums für Sepulkralkultur und des zugehörigen Zentralinstituts bestehen darin, das kulturelle Erbe in den Bereichen des Bestattungs-, Friedhofs- und Denkmalwesens zu erforschen, zu fördern und zu vermitteln. Sie informieren die Öffentlichkeit über den gesellschaftlichen Konsens – aber auch über legitime Konflikte – zum Umgang mit Sterben, Tod und Trauer und veranschaulichen die damit verbundenen kulturhistorischen Hintergründe und Veränderungen. Das Fundament des Museums ist die im deutschsprachigen Raum gewachsene Sepulkralkultur. Objekte aus dem 15. Jahrhundert bis heute zeigen, wie in Deutschland bestattet, die Sterbenden begleitet und der Verstorbenen gedacht wurde. Auch werden gesellschaftliche Veränderungen, die wiederum Auswirkungen auf die hiesige Bestattungskultur haben, berücksichtigt. So gibt es in der Dauerausstellung bereits einen Bereich zu multikulturellen Bestattungsformen. Diesen möchte das Museum in Zukunft mittels eines interkulturellen Projekts ausbauen. Das Museum plant, nach der nächsten documenta im Jahr 2022 eine Komplettsanierung durchzuführen. Man will die Dauerausstellung erweitern und neu einrichten, beispielsweise mit Medienstationen, die das einzelne Objekt kontextualisieren und dessen Geschichte erzählen. Auch aktuelle Themen wie beispielsweise „Suizid", "Sterbehilfe“ oder „Organspende“ sollen dann eine Rolle spielen.

„Damit das Museum mit seinem Thema die Möglichkeit hat, wirklich in die Gesellschaft zu wirken, soll es noch stärker als ohnehin schon zur Begegnungsstätte werden“

Direktor Dr. Dirk Pörschmann

 

Beirat zur Neukonzeption des Museums

Um dem stetigen Wandel in der Friedhofs- und Bestattungskultur und den folglich sich ändernden Anforderungen der Museumsbesucher*innen an die Vermittlungsarbeit in unserer Einrichtung gerecht werden zu können, wurde es dringend erforderlich, die Dauerausstellung des Museums für Sepulkralkultur zu aktualisieren. Dafür gründete sich im Jahr 2017 erstmals ein temporärer „Wissenschaftlicher Beirat zur Neukonzeption der Dauerausstellung des Museums für Sepulkralkultur".

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Dr. Dirk Pörschmann

Position: Geschäftsführer Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V. und Direktor Museum und Zentralinstitut für Sepulkralkultur

Telefon: 0561 / 91893 40

Weinbergstraße 25-27 34117 Kassel EG

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Gerold Eppler M.A.

Position: Stellvertretender Leiter, Museumspädagogik

Telefon: 0561 / 918 93 23

Weinbergstraße 25-27 34117 Kassel 2. OG

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Dipl.-Ing. Dagmar Kuhle

Position: Beratung von Friedhofsträgern und -verwaltern, Organisation und Durchführung von Fortbildungsveranstaltungen

Telefon: 0561 / 918 93 24

Weinbergstraße 25-27
34117 Kassel
1. OG

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Jutta Lange Staatsexamen

Position: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Museumsmarketing, Redaktion

Telefon: 0561 / 918 93 28

Weinbergstraße 25-27 34117 Kassel

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Dr. Friedrich Block

Position: Geschäftsführender Kurator der Stiftung Brückner-Kühner Kassel

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Dr. Gisela Bungarten

Position: Projektmanagerin der Museumslandschaft Hessen Kassel

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Stephan Hadraschek M.A.

Position: Bestatter; Referent für Fachberatung/ Öffentlichkeitsarbeit bei Otto Berg Bestattungen GmbH & Co. KG, Berlin, Historiker

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Dr. Michael Henker

Position: Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Sudetendeutschen Stiftung und im Aufbaustab Sudetendeutsches Museum in München

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Dr. Dr. Dirk Preuß

Position: AG Angewandte Ethik in der Tiermedizin Hannover und Kath. Theologe, Universität Göttingen

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Christina Reinsch

Position: Geschäftsführerin des Hessischen Museumsverbandes e. V.

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PD Dr. med. Jörg-Stefan Schulz

Position: Kustos der Medizinhistorischen Sammlung der Ruhr-Universität Bochum

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Dr. Anja Schöne

Position: Museumsleiterin RELIGIO Westfälisches Museum

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Dr. Guus Sluiter

Position: Direktor des Museum Tot Zover, Amsterdam

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Pressemitteilung

7 Millionen für Neukonzeption und Sanierung

29. November 2019

Umsetzung der „Vision für die Zukunft“ rückt näher:

Der Deutsche Bundestag stellt dem Museum für Sepulkralkultur Kassel 7 Mio. Euro zur Verfügung

Das im Jahr 1992 eröffnete Museum für Sepulkralkultur in Kassel erhält aus Bundesmitteln 50 Prozent der Investitionskosten (Gesamtkosten 14 Mio. Euro), die für die inhaltliche Neukonzeption der Dauerausstellung, energetische Sanierung sowie Erweiterung der Funktionsbereiche erforderlich sind. Die Mittel werden aus dem Haushalt der Beauftragten für Kultur und Medien, Frau Staatsministerin Prof. Monika Grütters, zur Verfügung gestellt.

Prof. Monika Grütters: „Das Sepulkralkultur Museum lebt von seinem ungewöhnlichen Thema. Es hat sich damit zu einem außerordentlichen Kultur- und Erinnerungsort entwickelt und beweist eindrucksvoll, dass die Themen Sterben, Tod, Trauer und Bestattung fester Bestandteil unserer Kultur sind. Mit diesem elementaren Thema spricht das Museum unterschiedslos uns alle an. Wenn es um die große Frage vom Anfang und Ende des Lebens geht, um Nachdenkliches, um Einkehr und um Transzendenz, dann berührt das seine Besucher immer sehr. Wegen der Bedeutung dieser Thematik beteiligt sich der Bund gerne an der Sanierung des Museums.“

Das Museum für Sepulkralkultur besteht als Kultureinrichtung von bundesweiter Bedeutung seit 1992. Es wurde dem bereits 1979 gegründeten Zentralinstitut für Sepulkralkultur angegliedert. Das Museum rückt das Thema Bestattungskultur in den Mittelpunkt seiner Vermittlungsarbeit und veranschaulicht Kontinuitäten und Brüche im Umgang mit Sterben, Tod, Bestatten, Trauer und Gedenken. Architektonisch besteht das Museum aus dem historischen Bestandsbau – der ehemaligen Remise der Henschel-Villen (1903/1904) – und dem daran angeschlossenen, musealen Neubau, der beide Einheiten städtebaulich zu einem signifikanten Ensemble zusammenführt.

Nach fast drei Jahrzehnten des Betriebs benötigt das einzigartige Museum eine Neukonzeption der Dauerausstellung, die den aktuellen Stand des gesellschaftlichen Diskurses und der wissenschaftlichen Forschung widerspiegelt. Zudem ist eine grundlegende Renovierung und hierbei vor allem eine elementare Verbesserung der Klima- und Lüftungstechnik an die energetischen und konservatorischen Anforderungen eines zeitgemäßen Museumsbetriebs erforderlich.

Direktor Dr. Dirk Pörschmann: „Dass unser Museum für die dringend notwendigen Aktualisierungen der Dauerausstellung und die Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten nun finanzielle Unterstützung erfährt, ist ein großes Glück und ein Verdienst des ganzen Teams. In vielen Jahren kreativer und konstanter Arbeit hat sich das Museum für Sepulkralkultur als bundesweit einzigartige Institution etabliert. Wir arbeiten für die Gesellschaft, indem wir die Themen Sterben, Tod, Bestattung und Trauer in vielfältiger Weise in das Bewusstsein der Menschen bringen.“

Die inhaltliche Neukonzeption vermittelt das facettenreiche Verhältnis des Menschen zum Tod. Dieses wird insbesondere vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung sowie von Migrationsbewegungen durch aktuelle multikulturelle, ethische, soziologische, medizinische, sozialpsychologische, theologische und naturwissenschaftliche Aspekte im Umgang mit Sterben und Tod veranschaulicht.

Der Kasseler SPD-Bundestagsabgeordnete Timon Gremmels und der Kasseler Oberbürgermeister Christian Geselle haben es sich nicht nehmen lassen, am Eröffnungsabend der Ausstellung „LAMENTO. Trauer und Tränen“ (15.11.2019) mit dem versammelten Publikum ihre große Freude über die Bewilligung der Bundesförderung zu teilen. Zudem wurden bereits Haushaltsmittel der Stadt Kassel zugesagt. Kulturdezernentin Susanne Völker betonte: „Das Museum für Sepulkralkultur nimmt in der bundesdeutschen Museumslandschaft eine Sonderstellung ein. Mit seinem inhaltlichen Fokus berührt das Haus zentrale Aspekte des menschlichen Seins, denen in unserer modernen Gesellschaft oft wenig Raum zugestanden wird. Seit seiner Gründung vor 27 Jahren eröffnet das Haus stets aufs Neue innovative, informative und lebensbejahende Blickwinkel durch vielfältige Ausstellungen und Veranstaltungen. Ich freue mich, dass dem Museum für Sepulkralkultur nun eine Perspektive für eine Modernisierung und zeitgemäße Entwicklung geschaffen wird.“

Aktuell finden Verhandlungen mit dem institutionellen Förderer des Museums, dem Land Hessen, statt, um bald Planungssicherheit zu haben. Die Hessische Justizministerin und Kasseler CDU-Vorsitzende Eva Kühne-Hörmann sagte, das Museum sei neben der documenta eine „weitere, in Deutschland einzigartige Kulturinstitution“, die ihren Sitz in Kassel habe. Die Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) sowie der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) hatten von 2017 bis 2018 die Entwicklung der nun vorliegenden „Vision für die Zukunft“ finanziell gefördert. Das Museum für Sepulkralkultur erhofft sich im Bereich der Kosten für die Einrichtung der aktualisierten Dauerausstellung weitere Unterstützung der beiden christlichen Kirchen sowie vielfältige Förderer und Spender, um den notwendigen Eigenanteil aufbringen zu können.

Museumsdirektor Dr. Dirk Pörschmann, Kasseler SPD-Bundestagsabgeordnete Timon Gremmels und der Kasseler Oberbürgermeister Christian Geselle verkünden am Eröffnungsabend der Sonderausstellung LAMENTO – Trauer und Tränen die Neuigkeit
Foto: Maja Wirkus
© Museum für Sepulkralkultur, Kassel, Bildarchiv

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Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V.

Zentralinstitut für Sepulkralkultur

Museum für Sepulkralkultur

Weinbergstraße 25–27
D-34117 Kassel | Germany
Tel. +49 (0)561 918 93-0
info@sepulkralmuseum.de

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