Friedhofsverwaltertagung
© Museum für Sepulkralkultur, Kassel, Bildarchiv
Foto: Gerold Eppler

 

6. Oktober 2022 | 9:30 – 17.00 Uhr

 

Friedhofsverwaltertagung 2022

Muslimische Bestattungen auf Friedhöfen in Deutschland

Veranstaltet von der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e. V. Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkultur, Kassel in Kooperation mit der Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft (AIWG) an der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Donnerstag, 6.10.2022, 9.30 – 17 Uhr | Museum für Sepulkralkultur, Kassel

Noch immer werden viel Muslime, die in Deutschland sterben, zur Bestattung in Länder überführt, aus denen eine frühere Generation eingewandert ist. Ein Grund dafür ist das deutsche Bestattungsrecht, denn dieses lässt sich schwer mit einem großen Teil muslimischer Bestattungsriten vereinbaren. Dies betrifft zum Beispiel die Wünsche nach einer sarglosen Bestattung, nach einer Beerdigung innerhalb eines Tages, das Grab selbst auszuheben und nach ewiger Ruhe für das Grab. Doch werden mittlerweile in Deutschland immer mehr islamische Friedhöfe oder Grabfelder errichtet, um auch Muslimen die Möglichkeit zu geben - zumindest weitgehend - nach den Regeln ihrer Religion bestattet zu werden. Dann sind Friedhofsverwaltungen gefordert, ein Nebeneinander unterschiedlicher Kulturen für alle Beteiligten verträglich zu gestalten. Im Rahmen der Friedhofsverwaltertagung geben Expert*innen einen Einblick in die Religion des Islam und die kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklungen bezogen auf das Bestattungsverhalten von Menschen muslimischen Glaubens in Deutschland. Neben theologischen und religionsrechtlichen Aspekten zeigen Berichte aus der Bestattungspraxis exemplarisch für Groß- und Kleinstädte Lösungsansätze in friedhofsrechtlichen Konfliktfeldern.

Mit freundlicher Unterstützung durch den Hessischen Städte- und Gemeindebund.

Programm

ab 9.30 Uhr     Ankommen - Stehcafé

10.00 Uhr        Begrüßung und Einführung
                          Dr. Dirk Pörschmann, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e. V., Kassel /
                          und Grußworte Vertreter dder AIWG, Frankfurt und NN

10.15 Uhr        Religiöse und kulturelle Grundlagen islamischer Bestattungenn im Überblick
                          Prof. Dr. Thomas Lemmen, Alumnus an der AIWG, Frankfurt

10.45 Uhr        Rechtliche Grundlagen bei der Anlage islamischer Gräberfelder und Friedhöfe in Deutschland
                          Ass. jur. Matthias Sören Holland, Berlin

11.15 Uhr        Planerische Aspekte zur Anlage muslimischer Gräberfelder
                          Dr. Dagmar Kuhle, Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e. V., Kassel

11.45 Uhr        Rückfragen und Diskussion

12.00 Uhr         Mittagspause

13.00 Uhr        Gründe, die dazu führen, dass verstorbene Muslime (nicht) in die familiären Herkunftsländer
                          überführt werden

                          Dr. Özgür Uludag, Alumnus an der AIWG, Frankfurt

13.30 Uhr        Aus der Praxis: Konflikte und Lösungen
                          Amir Mahmood Ahmed, Alumnus an der AIWG, Frankfurt

14.00 Uhr        Erfahrungsberichte zum angemessenen Umgang mit Angehörigen und muslimischen Bestattern
                          vor dem Hintergrund der friedhofsrechtlichen
Rahmenbedingungen
                          Vildane Uludag Abedelatif, Bestatterin, Hamburg

14.30 Uhr        Kaffeepause

15.00 Uhr        Praxisbeispiel München
                          Kristin Englerth, Landeshauptstadt München, Gesundheitsreferat, Städtische Friedhöfe München,
                          Betrieb und Technik

15.30 Uhr        Praxisbeispiel Dietzenbach
                          Lutz Berger, Teamleiter, Abteilung Friedhöfe bei den Städtischen Betrieben Dietzenbach, Eigenbetrieb

16.00 Uhr        Aspekte der Trauerbegleitung und Seelsorge
                          Samir Schabel M.A., Alumuns an der AIWG, Frankfurt

16.30 Uhr        Islamisches Gräberfeld auf dem Nieuwe Oosterfriedhof in denn Niederlanden und Friedhof Finkenriek
                          Gerold Eppler, M. A., Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e. V., Kassel

17.00 Uhr         Ende der Veranstaltung

Tagungskosten:
95,- € (inkl. Pausengetränke und Mittagsimbiss)

Rücktrittsbedingungen:
Bei Verhinderung nach der Anmeldung bitten wir um Nachricht bis sieben Tage vor Tagungsbeginn. Andernfalls müssen wir Ihnen den vollen Kostenbeitrag in Rechnung stellen. Sie haben jederzeit die kostenfreie Möglichkeit, eine Ersatzteilnehmerin / einen Ersatzteilnehmer zu benennen.

Anmeldung bitte nur mit vollständig ausgefüllten Anmeldeformular per e-Mail, Post oder Fax (0561 / 91893 10):

Kerstin Hering

Position: Verwaltung und Buchhaltung

Telefon: 0561 / 918 93 13

Details einblenden

Hier können Sie sich das Anmeldeformular (im PDF-Format) herunterladen.

Anmeldeschluss: 30.09.2022

Tagungskosten inkl. Mittagsimbiss:
werden noch bekannt gegeben

Friedhofsverwaltertagung 2021

„Raum für Trauer“ – Pilotfriedhöfe und Strukturdatenerhebungen

Am 25. Oktober 2019 fand in Köln der Kongress Heilsame Abschiede statt, in dem erörtert wurde, wie man Friedhöfe als attraktiven „Raum für Trauer“ etablieren könnte. Im Anschluss an den Kongress waren bundesweit Maßnahmen geplant, um die Ergebnisse der Tagung in die Praxis umzusetzen. Die Mehrzahl der Vorhaben konnte nicht realisiert werden. Aber im Bundesland Hessen nahm der von Stefan Friedel, Treuhandstelle für Dauergrabpflege Hessen Thüringen, initiierte Arbeitskreis Hessendialog die Impulse auf. Es entstand die Überlegung, auf sogenannten Pilotfriedhöfen zu prüfen, inwiefern wesentliche Aspekte im Umgang mit Trauernden in die betrieblichen Abläufe der Bestattungsplätze übernommen werden könnten.

Die Verwaltungen von drei Friedhöfen unterschiedlicher Größe erklärten sich zur Durchführung des Projekts bereit.  Auf den Friedhöfen in Frankfurt, Offenbach und Heusenstamm soll versucht werden, bei den am Friedhofsgeschehen Beteiligten ein neues Selbstverständnis für den Umgang mit Trauernden zu entwickeln. Die Tagung wird Kriterien vermitteln, die beim Start eines Projektes zu bedenken sind, das zum Ziel hat, den veränderten Bedürfnissen Trauernder besser zu entsprechen und damit die Akzeptanz der Friedhöfe zu steigern.

Zum Abschluss ist ein Blick auf weitere Projektideen, die sich aus dem Projekt „Raum für Trauer“ entwickelt haben, geplant.

Bereits im Jahr 2016 hat der Hessische Städte- und Gemeindebund in Zusammenarbeit mit den Hessendialog im Netzwerk Friedhof und Dr. Martin Venne eine Strukturdatenerhebung im Zusammenhang mit dem Bestand und der Entwicklung im Bereich des Friedhofswesens in Hessen durchgeführt. Das Ergebnis war eine Bestandsaufnahme und die Ermittlung belastbaren Datenmaterials, die es ermöglichte, entsprechende Entwicklungen aufzuzeigen. Ergebnisse einer Strukturdatenerhebung des Städte- und Gemeindebundes Nordrhein-Westfalen werden dieses Jahr vorgelegt.

Diese Bestandsdatenerhebungen bilden neben dem Projekt „Pilotfriedhöfe“ eine Grundlage, Strategien zur Wertigkeit und Weiterentwicklung der Friedhöfe zu schaffen, um den Friedhof als Teil der kommunalen Daseinsvorsorge bzw. Infrastruktur wieder in das Bewusstsein der Bürger*innen zu bringen.

Umfrage zur Erhebung von Strukturdaten hessischer Friedhöfe
Im Auftrag des Hessendialoges im Netzwerk Friedhof

>> Kompletter Bericht (PDF)

Anmeldung

Kerstin Hering

Position: Verwaltung und Buchhaltung

Telefon: 0561 / 918 93 13

Details einblenden

>> Anmeldeformular (PDF)

>> Infoflyer (PDF)

Kosten:

95,- € inkl. Pausengetränke und Mittagsimbiss

Das war die Friedhofsverwaltertagung 2019

Ökologie als Chance für den Friedhof

8. Oktober 2019
Das Thema Neo-Ökologie gehört derzeit zu den so genannten Megatrends. Vor dem Hintergrund einer allgemein zunehmenden Sensibilisierung in Bezug auf einen verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen der Erde ist es höchste Zeit, zu fragen, was auch auf dem Friedhof in dieser Hinsicht geleistet und verändert werden kann. Angesichts der Bedeutung der Thematik gerät es eigentlich schon zur Nebensache, dass es dem Friedhof im Hinblick auf seine Wahrnehmung in der Öffentlichkeit natürlich gut steht, sich mit umweltbewusstem Handeln auf der Höhe der Zeit zu zeigen.
Uns interessiert, welche Bedeutung Natur auf dem Friedhof für die Trauer haben kann. Weiter möchten wir wissen, welche Erkenntnisse bundes- und landesweit agierende Institutionen für einen praktischen Naturschutz auf Friedhöfen vermitteln können. Welche Projekte im Hinblick auf Artenvielfalt und Materialbewusstsein werden in den Bereichen, die unmittelbar Anschluss an den Friedhof haben, entwickelt – also für Grabbepflanzung, Grabzeichen und Bestattung? Kann ein Umwelt-Management-Siegel für den Friedhof etwas bewegen? Wie lässt sich Naturerleben friedhofsspezifisch didaktisch vermitteln? Am Schluss sind wieder Sie gefragt: Gibt es von Ihrem Friedhof Bemerkenswertes zu umweltbewusstem Handeln zu berichten?

Unsere Referent*innen

Birgit Aurelia Janetzky ist Diplomtheologin, Referentin und Seminarleiterin. Sie führt Schulungen für Friedhofsmitarbeiter*innen durch. Als freie Autorin schreibt sie zu den Themen Trauer und Bestattungskultur.

Dr. Inge Gotzmann ist promovierte Biologin und seit 2007 Geschäftsführerin des Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU). Neben der Mitarbeit in zahlreichen Gremien ist sie Vize-Präsidentin des europäischen Verbands CIVILSCAPE sowie Schatzmeisterin von Europa Nostra Deutschland.

Annika Hennemuth hat an der Universität Kassel ihren Master in Umweltplanung und Landschaftsmanagement absolviert. Seit 2018 arbeitet sie für den Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Landesverband Niedersachsen und setzt sich hier für den Wildbienen- und Streuobstwiesenschutz ein.

Werner Kentrup führt als Bestattermeister seit über 15 Jahren zusammen mit seiner Frau Editha Kentrup-Bentzien ein traditionsreiches Bestattungshaus in Bonn. Mit der Idee des neuen Netzwerks „Grüne Linie“ wird nun Tradition, Ökologie und Enkeltauglichkeit zusammengefasst.

Birgit Ehlers-Ascherfeld, Blumen Ehlers-Ascherfeld (Langenhagen), Joachim Meyer-Rehberg, Nordwestdeutsche Treuhandstelle für Dauergrabpflege GmbH (Bremen), Uwe Stapelmann, Treuhandstelle für Dauergrabpflege Niedersachsen/Sachsen-Anhalt GmbH (Hannover). Den Verantwortlichen der Treuhandstellen war es zu ihren 50-jährigen Firmenjubiläen wichtig, etwas Beständiges zu schaffen. Bereits 2016 begannen die Planungen zu dem Projekt Bienengartenpate. Durch großes Engagement der angeschlossenen Friedhofsgärtnereien konnten 2018 über 100 Bienengärten auf Friedhöfen errichtet werden. Bis Ende 2019 sollen es mehr als 200 Gärten sein.

Dr. Heinecke Werner hat einen Hintergrund in der internationalen Entwicklungshilfe. Im Rahmen eines Entwicklungsprojektes seiner Unterneh mens beratung WiN=WiN, baute er Fair Stone – den internationalen Sozial- und Umweltstandard für Natursteinimporte aus Entwicklungs- und Schwellenländern – auf. Daraus ging wiederum das jüngste Projekt, der Verein „Biodiversität auf Friedhöfen“ hervor, mit dem das Potential der Naturnähe von Friedhöfen bis hin zu Grabmalen aus Naturstein thematisiert wird.

Reinhard Benhöfer leitet die Umweltarbeit in der Ev.-luth. Landeskirche Hannover und ist Vorstand und Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der Umweltbeauftragten in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Er hat das kirchliche Umweltmanagementsystem „Der Grüne Hahn“ für Friedhöfe weiterentwickelt und auf etwa zehn Friedhöfen Norddeutschlands eingeführt.

Hansjörg Hauser, Dipl.-Ing. agr. (FH), ist Schlosser und Landwirt, Museumspädagoge und Gästeführer. Nach Berufstätigkeiten zum Beispiel in einer Landvolkshochschule und im Projektmanagement arbeitet er freiberuflich in den Bereichen Ethnobotanik, Führungs- und Exkursionsdidaktik, Projektentwicklung, Museumspädagogik und Publishing.

 

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