Die Kasseler Sparkasse, die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und die SV SparkassenVersicherung unterstützen die Neukonzeption des Zentralinstituts und Museums für Sepulkralkultur und die Interim-Ausstellung dazwischen. Du, das Leben und die Endlichkeit.
Das Museum für Sepulkralkultur befindet sich mitten im Prozess der baulichen und inhaltlichen Neukonzeption. Die Kasseler Sparkasse unterstützt den Prozess der Neukonzeption als langjähriger Partner auch in diesem Jahr mit 5.000 Euro. Die Sparkassen Kulturstiftung beteiligt sich mit 5.000 Euro an der Ausstellung dazwischen und die SV SparkassenVersicherung trägt 5.000 Euro zu der Interim-Ausstellung bei.
„Die Realisierungsphase der Modernisierung unseres Hauses ist mit einem erheblichen zeitlichen und personellen Aufwand verbunden, der auch finanziell gestemmt werden muss. Ohne die Unterstützung aus der Region wäre das nicht möglich“, betont Dr. Dirk Pörschmann, Direktor des Zentralinstituts und Museums für Sepulkralkultur und Geschäftsführer des Trägervereins des Museums, der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V. So werde mit dem Geld zum einen die unverzichtbare Stelle einer Projektleitung mitfinanziert. „Es ist essenziell wichtig, dass wir eine Projektleitung haben, die die Fäden der Neukonzeption in der Hand hält“, sagt Pörschmann. Ein weiterer, großer Teil der Zuwendung fließt in die Umsetzung der Interims-Ausstellung dazwischen. Du, das Leben und die Endlichkeit. „Wir sind dankbar, dass wir dafür auf die Unterstützung der Kasseler Sparkasse, der Sparkassen Kulturstiftung und der SV SparkassenVersicherung setzen können.“
Die Projektleitung, die die wissenschaftliche Mitarbeiterin Tatjana Ahle-Rosental innehat, trifft in Zusammenarbeit mit der Direktion wichtige Entscheidungen der Neukonzeption. Bei ihr laufen die Fäden von baulicher Erweiterung durch das Architektenbüro Schulze Berger Architekten Stadtplaner PartGmbB (Kassel) und szenografischer Gestaltung durch das interdisziplinär arbeitende Gestaltungsbüro gewerkdesign GmbH + Co. KG (Berlin) und vielen weiteren Fachplaner*innen zusammen. Darüber hinaus steht sie in ständigem Kontakt mit der Projektsteuerung, welche die Projekt-Management-Gesellschaft mbH Bau-Real-PMG (Kassel) seit Sommer 2023 besetzt hat. „Aktuell befinden wir uns bezüglich des Umbaus und der Gestaltung der neuen Dauerausstellung sowie der öffentlichen Bereiche in der Phase der Entwurfsplanung. Im Moment werden wichtige Entscheidungen für das künftige Museum getroffen“, so Ahle-Rosental.
Die im Mai 2024 eröffnete Sonderausstellung dazwischen verfolgt mit ihrem partizipativen Ansatz das Ziel, die Besucher*innen in den Prozess der Neukonzeption einzubinden. „Sie ist ein wichtiger Meilenstein im Prozess der Neukonzeption“, so Pörschmann. So durchlaufen die Besucher*innen mehrere Themeninseln, in denen sie sowohl Informationen aufnehmen können, ihnen aber auch Fragen gestellt werden. Pörschmann: „Wir sehen schon jetzt, wenige Wochen nach der Eröffnung, dass die Besucher*innen die partizipativen Möglichkeiten vielfältig nutzen. So erfahren wir, wie sie sich die Inhalte eines Museums für Sepulkralkultur der Zukunft vorstellen, das sich an alle Generationen und Kulturen in unserer Gesellschaft richtet.“ Das Geld der Unterstützer*innen fließt hier insbesondere in die Finanzierung von Szenografie, Veranstaltungen und Leihgaben und deckt laufende Kosten mit ab.
„Das Sepulkralmuseum bietet einzigartige kulturelle und historische Einblicke in Bestattungsrituale und Trauerkulturen. Mit unserer Unterstützung wollen wir nicht nur den Erhalt dieser Kultur und Geschichte fördern, sondern sie vor allem für die Menschen in unserem Geschäftsgebiet erlebbar und zugänglich machen“, sagt Katrin Westphal, Pressesprecherin der Kasseler Sparkasse.
„Der interaktive Ansatz der Ausstellung dazwischen bezieht die Besucher*innen in das wichtige Thema des Sterbens und des Umgangs mit dem Tod aktiv mit ein. Gerade dass alle angesprochen werden und ihre eigenen Ideen und Emotionen zum Thema „Tod“ mit einbringen können, hat uns zu der Entscheidung bewogen, das Projekt zu fördern“, so die stellvertretende Geschäftsführerin der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, Nicole Schlabach. „Wir lernen in der Ausstellung viel über uns selbst – aber eben auch über die Auseinandersetzungsformen anderer mit dem Tod.“
Auch der SV SparkassenVersicherung gefällt der partizipative Ansatz der Ausstellung – so Harald Seibel Vertreter des SV Standortes Kassel. Die aktive Auseinandersetzung mit dem oft verdrängten Thema Tod und Sterben gehört außerdem zu unserer “DNA”. Wir beschäftigen uns schon immer damit, Risiken des Lebens abzusichern und Vorsorge für den Sterbefall zu treffen. Den (eigenen) Tod als Bestandteil des Lebens ins Bewusstsein zu holen ist uns daher nah und nicht fremd.
Warum wird die Dauerausstellung neu konzipiert?
Die zentralen Aufgaben des Museums für Sepulkralkultur und des zugehörigen Zentralinstituts bestehen seit seiner Gründung 1992 darin, das kulturelle Erbe in den Bereichen des Bestattungs-, Friedhofs- und Denkmalwesens zu erforschen, zu fördern und zu vermitteln. Sie informieren die Öffentlichkeit über den gesellschaftlichen Konsens – aber auch über legitime Konflikte – zum Umgang mit Sterben, Tod und Trauer und veranschaulichen die damit verbundenen kulturhistorischen Hintergründe und Veränderungen.
Ein wesentlicher Fokus der Neukonzeption liegt auf der Dauerausstellung, die momentan gegenüber den wechselnden Sonderausstellungen zurücktritt. Die Dauerausstellung trägt maßgeblich dazu bei, der Öffentlichkeit Geschichte, Bedeutung und Entwicklung der Sepulkralkultur in Deutschland näher zu bringen. Die Neukonzeption hat zum Ziel, den Wandel und die Diversifizierung der Gesellschaft in der Konzeption der Dauerausstellung noch stärker zu berücksichtigen, wozu auch die Inklusion von Bürger*innen unterschiedlicher Herkunft und Weltanschauungen gehört. Bund, Land Hessen und Stadt Kassel erkennen diese wertvolle Arbeit und ihre nationale Bedeutung an und unterstützen die Neukonzeption durch finanzielle Förderung.
Nach aktuellem Stand wird das Museum im Jahr 2028 in neuem Gewand wiedereröffnet werden.