Mit Förderung der öffentlichen Hand, des Vereins und Spenden das Museum für Sepulkralkultur zukunftsfähig machen
Kassel (September 2025). Das Museum für Sepulkralkultur besteht als Kultureinrichtung von bundesweiter Bedeutung seit 1992. Als weltweit einzige, ausschließlich kulturellen und wissenschaftlichen Maßstäben verpflichtete Institution befasst es sich mit dem Tod in all seinen Facetten. Es wird getragen von der gemeinnützigen Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V.
Das teilweise denkmalgeschützte Gebäude des Museums ist seit Jahren stark sanierungsbedürftig: Dach und Heizung sind defekt, Rohre marode, die Dämmung fehlt. Darüber hinaus muss die Dauerausstellung grundlegend erneuert werden, um den Ansprüchen an Barrierefreiheit, kultureller Vielfalt und Aktualität gerecht zu werden.
Finanzierungsplan für das Notwendigste steht
Das Museum hatte im Laufe einer detaillierten Vorplanung einen Bedarf von rund 27 Mio. Euro (netto) ermittelt. Seit September 2025 ist mit der Unterzeichnung des „Letter of Intent“ von allen Beteiligten die Finanzierung der notwendigen Sanierung mit einer definierten Kostenobergrenze von 20,64 Mio. Euro (netto) gesichert: Das Land Hessen stellt 12 Mio. Euro in Aussicht, der Bund 7 Mio. Euro, die Stadt Kassel 1,44 Mio. Euro, die Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal trägt 0,2 Mio. Euro. Das Land und die Stadt Kassel übernehmen zusätzlich bis zu 3 Mio. Euro für mögliche Baurisiken, das Land zu zwei Dritteln, die Stadt zu einem Drittel.
Sanierung und Neukonzeption rücken in greifbarer Nähe
„Das Notwendigste ist damit gesichert finanziert, und das bedeutet für uns große Freude und Erleichterung“ sagt Museumsdirektor Dr. Dirk Pörschmann. Es bleibe jedoch eine große Herausforderung, mit den beteiligten Planungsbüros die notwendigen Maßnahmen im Rahmen des Budgets zu realisieren, das die Kernsanierung abdeckt. Viele der ursprünglich geplanten Projekte können nur umgesetzt werden, wenn zusätzliche Mittel eingeworben werden.
Spendenkampagne auf startnext gestartet
Daher hat das Team seit August 2025 auf der Crowdfunding-Plattform Startnext eine Spendenkampagne gestartet. Das Ziel: bis Ende des Jahres 250.000 Euro für das Museum zu sammeln. „Mit der Verbesserung unseres Budgets können wir so doch noch einzelne Maßnahmen realisieren, die den aus finanziellen Gründen erfolgten Kürzungen zum Opfer gefallen sind: wie ein grünes Klassenzimmer oder eine PV-Anlage auf den Flach- und Schrägdächern für nachhaltige Energie“, fasst Dirk Pörschmann zusammen.
Ziel: Das Museum trotz Sparmaßnahmen zukunftsfähig machen
Der Museumsdirektor und sein 15-köpfiges Team hoffen auf rege Beteiligung. „Wir werden alles dransetzen, das Museum auch mit den notwendigen Sparmaßnahmen zukunftsfähig zu machen“, so das Fazit von Dirk Pörschmann. „Es wäre wunderbar, wenn sich viele Menschen an der Crowdfunding-Kampagne beteiligen würden. Letztlich können diese sich auch darauf freuen, als Unterstützer*innen des Museums mit der Neueröffnung genannt zu werden.“
Ende 2025 wird der formale Zuwendungsantrag gestellt. Ab 2027 ist eine grundlegende Renovierung des Kückerbaus geplant, eine Teilsanierung des Altbaus, eine Modernisierung der Klima- und Lüftungstechnik sowie die Neukonzeption der Ausstellungsbereiche. Das Museum wird für die Umbaumaßnahmen geschlossen, und die Mitarbeiter ziehen in Räumlichkeiten, die noch gesucht werden. „Während der Sanierungsphase werden weiterhin Veranstaltungen und Ausstellungen stattfinden“, sagt Dirk Pörschmann. Ein Teil der Exponate wird in einem Depot in Fuldatal zwischengelagert. 2030 soll laut den Plänen das kernsanierte Museum in der Weinbergstraße mit neuer Dauerausstellung eröffnen.