30. August 2023
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R.I.(a)P.

R.I.(a)P.

01. September 2023 – 29. Oktober 2023
Kabinettausstellung im Museum für Sepulkralkultur

Eröffnung: 31. August 2023 | 19 Uhr | Museum für Sepulkralkultur, Kassel
Presserundgang am Mittwoch, 30. August 2023 

Wie weit würde eine Marke mit ihrem Branding gehen? Würde jemand einen Markensarg kaufen? Der Modedesigner WOWO KRAUS präsentiert das Luxusobjekt für die letzte Reise: einen von ihm entworfenen Chanel-Sarg.

Die Feststellung, dass über das Design von Särgen wenig nachgedacht wird, hat den Modedesigner Wowo Kraus dazu bewogen, eine Kollektion von Designersärgen zu entwerfen, die auf den Stilmitteln namhafter Modehäuser basieren. Es entstanden Entwürfe für Särge für Chanel, Prada und Maison Margiela. Realisieren konnte er zunächst einen Sarg und einen Perlkranz, den er CHANEL widmete – dem Modekonzern, der von Wowo Kraus als die Repräsentantin und „Päpstin“ aller bestehenden Marken angesehen wird und der sein Logo in spektakulären Modenschauen exzessiv verwendet.

Mit dem exquisiten Sarg und der ledernen Sargwäsche kreierte Wowo Kraus ein Fetischobjekt der Marke Chanel, bei dem sich unter anderem die Frage aufdrängt, wie weit ein Modehaus mit seinem Branding gehen würde und ob es bereit wäre, seine Markenpräsenz auch auf den Bestattungsbereich auszudehnen. Der Ausstellungstitel R.I.(a)P. (für Rest in a Piece) bedient sich Wowo Kraus eines Wortspiels, das die Frage stellt, ob man bei einer Bestattung in einem exklusiven Designobjekt durchaus seinen Frieden finden könnte.

Markenzeichen: Lederraute und Logo

Prägende Stilelemente des Sarges sind die gesteppte Lederraute, die für die meistverkaufte Chanel-Tasche 2.55 charakteristisch ist und das typische Chanel-Logo. Dem Perlkranz aus schwarzen und weißen Muranoglasperlen liegt die Kamelienblüte zu Grunde, der emblematischen Blume des Hauses Chanel, die bis heute als variantenreiches Accessoire bei keiner Kollektion fehlen darf.

R.I.(a)P. wurde während der Berlin Art Week im September 2018 im Schaufenster eines Bestatters (Hoffmann-Bestattungen) in der Potsdamer Straße ausgestellt. Wowo Kraus versteht sich dabei nicht als Künstler. R.I.(a) P. ist vielmehr als Kommentar gedacht, um Fragen über das Wesen der Kunst aufzuwerfen: Ist der Chanel-Sarg echt oder ist er „Kunst“? Gleichzeitig soll das Luxusobjekt als Aufforderung verstanden werden, über unserer von Konsumdenken und Logomanie geprägten Gesellschaft nachdenken.

WOWO KRAUS, geb. 1979 in Samarka (RUS), studierte Modedesign am London College of Fashion und an der Middlesex University in London. Nach seinem Bachelorabschluss in „womenswear” zog er 2005 nach Paris, wo er am Institut Français de la Mode sein Studium mit einem Master abschloss. Danach folgte ein kurzer Aufenthalt bei Maison Martin Margiela im Artisanal Line Studio, wo er in die Entwicklung der Couture-Unikate eingebunden war. Im Juni 2007 begann er eine Stelle als Junior-Designer im Accessoire-Team von Emilio Pucci in Italien. Seit Oktober 2014 ist er Professor für Modedesign an der Universität der Künste Berlin. Wowo Kraus lebt in Berlin.

Veranstaltungshinweis

Sonntag, 3. September, 15 Uhr | DER LETZTE SCHREI. MODE UND TOD.
Kurzführung mit Gerold Eppler, Museum für Sepulkralkultur

Informationen zum Besuch des Museums

Öffnungszeiten Di – So 10 bis 17 Uhr | Mi 10 – 20 Uhr
Eintritt 8/5 Euro

Jeden letzten Mittwoch im Monat lädt das Museum ab 17 Uhr zu einer Kurator*innenführung mit wechselnden Themen ein. An den übrigen Mittwochnachmittagen bieten wir um 17 Uhr öffentliche Führungen durch die aktuellen Ausstellungen an. Die Teilnahme an den Führungen ist kostenfrei, es fällt lediglich der Museumseintritt von 8/5 Euro an.

Kommunikation

Kommunikation: Anna Lischper | presse@sepulkralmuseum.de
Telefon: +49 561 918 93 28

"Ausstellungsansicht im Museum für Sepulkralkultur" Foto: Nasim Mohammadi © Museum für Sepulkralkultur

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