24. Januar 2024
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transmortale XIII – Neue Forschungen zum Thema Tod

Samstag, 23.03.2024 | 10 bis 17 Uhr | Museum für Sepulkralkultur, Kassel

Wie nachhaltig arbeitet die Bestattungsbranche? Wie können Abschiedsräume attraktiv gestaltet werden? Warum kann es wichtig sein, dass sich Unternehmen frühzeitig mit dem potenziellen Todesfall von Mitarbeiter*innen befassen, und wie wird im Internet getrauert? Diese und weitere Themen stehen auf dem Programm der transmortale XIII – der deutschlandweit einzigartigen Tagung zu den Themen Sterben, Tod und Trauer. Sie findet am 23. März 2024 im Museum für Sepulkralkultur in Kassel (Nordhessen) statt.

In vielen wissenschaftlichen Disziplinen wird das Thema Tod berührt. Die jährlich stattfindende transmortale bietet jungen Wissenschaftler*innen, die sich in der Abschlussphase einer Qualifikationsschrift befinden, Postdocs und anderen interessierten Forschenden eine Plattform für das Forschungsfeld Sterben, Tod und Trauer. Sie sind angesprochen, ihre Perspektiven in größerer Runde vorzustellen und zu diskutieren. Ziel ist eine interdisziplinäre Auseinandersetzung, die empirische und theoretische Ansätze zusammenführt und einen intensiven Austausch eröffnet.

„Welches andere Thema ist so universell wie der Tod, dass sich damit so viele unterschiedliche Fachbereiche auseinandersetzen?“, merkt Dr. Dirk Pörschmann, Direktor des Zentralinstituts und Museums für Sepulkralkultur, an, die die Fachtagung seit 2010 jährlich ausrichten. „Unser Ziel ist es, ein Bewusstsein für und ein Verstehen von Endlichkeit zu schaffen. Die Betrachtung des Themas aus unterschiedlichen Blickwinkeln ermöglicht, dass sich ein Gesamtbild zusammensetzt.“

In diesem Jahr versammeln die Beiträge Blickwinkel aus der Europäischen Ethnologie, der Sozialen Arbeit und den Südasienstudien sowie aus den Kulturwissenschaften, der Romanistik, der Medizingeschichte, Soziologie und der Germanistik. Gleich zwei Themen bieten einen aktuellen Zugang: Ein Beitrag widmet sich dem Thema Nachhaltigkeit in der Bestattungsbranche, und einer nimmt auf die Herausforderung Bezug, im Sterben die Würde des Menschen zu erhalten. Weitere zwei Referate befassen sich mit dem Thema Bestattung – das eine aus der speziellen Perspektive einer Ethnie, von Hindus in Deutschland – wobei sich in diesem Fall unter der Bezeichnung Hindus eine komplexe Ansammlung aus diversen Religionsgemeinschaften und -traditionen verbirgt –, das andere im Vergleich dazu allgemein mit dem Design von Abschiedsräumen. Es folgen zwei auf geschriebenen Quellen basierende Beiträge – im ersten sind es Briefe, die nach Suiziden hinterlassen wurden, und im anderen historische Sterblichkeitsstatistiken aus England, Schottland und Irland. Zwei Denkanstöße zum aktuellen Umgang mit dem Tod entlassen wieder in die Gegenwart, einer über die Erfahrung von Tod am Arbeitsplatz und dazu, welche Folgen der Tod von Mitarbeiter*innen für ein Unternehmen hat, und ein weiterer zu der Frage, wie Medien über Trauerpraktiken im Internet berichten. Jedem Vortrag schließt sich eine kurze Diskussion an.

Ausgewählt hat die Beiträge der Arbeitskreis transmortale. Dieser basiert auf einer Kooperation zwischen dem Museum für Sepulkralkultur/ZI, dem Institut für Empirische Kulturwissenschaft der Universität Hamburg und der Stiftung Deutsche Bestattungskultur. Namentlich gehören ihm an Dr. Dirk Pörschmann (Kassel), Dr. Dagmar Kuhle (Kassel), Prof. Dr. Norbert Fischer (Hamburg), Dr. Simon Walter (Düsseldorf), Karla Alex (Heidelberg), Dr. Moritz Buchner, Stephan Hadraschek M.A. und Jan Möllers M.A. (alle Berlin).

Die Stiftung Deutsche Bestattungskultur tritt in diesem Jahr neu als Unterstützer und Kooperationspartner hinzu. Die Zusammenarbeit ist zunächst für den Zeitraum 2024–2028 vereinbart. Stephan Neuser, Geschäftsführer der Stiftung Deutsche Bestattungskultur, sagt dazu: „Wir verstehen diese Kooperation unsererseits als klares Signal für mehr Grundlagenforschung, interdisziplinären Austausch und Schaffung öffentlicher Formate zum Austausch von Erfahrungen, Gedanken und Ideen – gerade in einer Zeit, in der sich der Kultur- und Wissenschaftssektor vielerorts von Kürzungen und Einschränkungen bedroht sehen.“

Über die finanzielle Förderung der Tagung durch die Stiftung Deutsche Bestattungskultur hinaus ist Dr. Simon Walter, Kulturbeauftragter der Stiftung, auch dem Organisationsteam beigetreten: „Ich habe mich sehr über die Einladung ins Organisationsteam gefreut. Für mich ist das einerseits ein Zeichen der Wertschätzung unserer Arbeit als Stiftung und der immer guten Zusammenarbeit zwischen uns und der Arbeitsgemeinschaft, dem Museum und dem Zentralinstitut in Kassel; und gleichzeitig eine schöne Möglichkeit für mich persönlich, wieder ein Stück weit im wissenschaftlichen Bereich tätig zu sein.“ Eine lebendige Forschungsgemeinschaft, fügt Walter hinzu, „ist für uns ein zentrales Fundament, um die Veränderungen, die wir in der Bestattungs-, Trauer- und Friedhofskultur beobachten, auf konstruktive Weise zu begleiten“.
Informationen zur Anmeldung:

Teilnahmebeitrag je Tag:
50,- € / erm. 25,- € (Studierende)

Bei einer Vorbestellung bis zum 19. März kann für 27,- Euro pro Person und Tag Verpflegung (Mittagsimbiss, Kuchen, Obst, Getränke) gestellt werden. Ohne diese ist Selbstversorgung erforderlich.

Anmeldung bis zum 19. März 2024 über info@sepulkralmuseum.de oder Tel.: 0561 91893-40

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