Memento – Im Kraftfeld der Erinnerungen
© Lucy Powell
Foto: Henrik Strömberg

 

17. Oktober 2020 – 28. Februar 2021

Eröffnung: 16. Oktober 2020 | 18 und 20 Uhr

Memento

Im Kraftfeld der Erinnerungen

Eine Ausstellung zu individuellen Formen des Erinnerns und Gedenkens

Das Museum für Sepulkralkultur widmet sich in der Ausstellung „MEMENTO – Im Kraftfeld der Erinnerungen“ mit einer Auswahl von internationalen zeitgenössischen Kunstwerken und kulturhistorischen Zeugnissen individuellen Formen des Erinnerns und Gedenkens. Der Titel verweist zugleich auf die anziehende und abstoßende Wirkung von Erinnerungen an Menschen und Erlebnisse, die im Strom der Zeit verloren gingen. Die Anziehungskraft von Gedanken an das Vergangene und von Erinnerungsbildern, die aufgrund ihres schmerzhaft psychischen und emotionalen Potenzials häufig auch mit inneren Abwehrmechanismen einhergehen können, lässt Menschen ihre präsente Gegenwart – das Hier und Jetzt – verlassen. Dies kann eine Flucht vor aktuellen Lebenssituationen sein, doch bietet es im Rahmen von Trauerarbeit zugleich einen Schlüssel, um nach einem schweren Verlust in ein bewusstes und präsentes Leben zurückkehren zu können.


Nachdem die Ausstellung LAMENTO – Trauer und Tränen (11/2019 – 03/2020) im Museum für Sepulkralkultur dem Phänomen des Weinens und den unmittelbaren Affekten und Emotionen, die der Tod eines nahen Menschen auslöst, gewidmet war, wird sich die inhaltlich anschließende Ausstellung MEMENTO – Im Kraftfeld der Erinnerungen mit unterschiedlichsten Formen des individuellen Erinnerns und Gedenkens an Verstorbene auseinandersetzen.

Konzeption

Dr. Dirk Pörschmann / Ella Ziegler

Fotografie: IN THE WAKE OF A DEADAD, Andrew Kötting, 2006
Der britische Künstler Andrew Kötting begibt sich mit zwei 4 m hohen aufblasbaren Figuren, die seinen verstorbenen Vater und Großvater abbilden, auf Weltreise, bei der er Orte bereiste, die für seine Familie von Bedeutung waren.

Foto: Leila Badblood
© © Andrew Kötting / Ella Ziegler

Memorabilia. Dinge, die Halt geben

Stirbt ein Mensch, bleiben die Angehörigen in Trauer zurück. Nichts ist mehr, wie es war, und alles erinnert an den geliebten Menschen. In seiner ewigen Abwesenheit steigert sich seine aktuelle Präsenz. Schmerz und Trauer werden durch verschiedenste Strategien oder Rituale zu einem Teil des neuen Lebens, das sich nun wandelt. Hilfreich können für die Verlustbewältigung bereits einfache Alltagsgegenstände sein. Ein Taschenmesser des Vaters, das den Sohn ständig begleitet, eine Uhr, Schmuck- oder etwa ausgesuchte Kleidungsstücke vermögen Trost zu entfalten und das Gedenken an einen geliebten Menschen auf besondere Weise zu bewahren. Alles ist hier vorstellbar.

Wir möchten unsere Besucher*innen in der KW 36 ermutigen, uns solch einen Gegenstand, der Kraft geschenkt hat, für die Ausstellung "MEMENTO. Im Kraftfeld der Erinnerungen" zur Verfügung zu stellen. Gerne möchten wir diese Dinge zusammen mit Statements und Anekdoten präsentieren. Hierfür würden wir im Rahmen der KW 36 kurze Video-Interviews durchführen, für die Interessent*innen sehr gern auch schon im Vorfeld mit uns in Kontakt treten können.

 

Was in uns Erinnerung hervorruft und wachhält, ist unterschiedlich. Zum Beispiel das Taschenmesser des Großvaters.
© Museum für Sepulkralkultur, Kassel
Musik tröstet und verbindet, ob unbestimmte Melodie, Album oder eine ganze Symphonie.
© Museum für Sepulkralkultur, Kassel

MEMORY. Musik, die bewegt

Wir alle kennen die Fähigkeit der Musik überraschend Erinnerungen zu wecken. Im Prozess der Trauer kann dies plötzlich und damit äußerst schmerzhaft sein. Zugleich kann Musik trösten und in der Trauer mit Verstorbenen verbinden. Lieder oder ganze Alben können sich zu einer Playlist der persönlichen Trauer entwickeln. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns Musiktitel, Alben oder auch ganze Symphonien nennen könnten, die sie durch eine Trauer begleitet oder getragen haben. Im Rahmen der Ausstellung "MEMENTO. Im Kraftfeld der Erinnerungen" wollen wir jeden Donnerstag von 17 bis 18 Uhr jeweils eine Auswahl der eingereichten Vorschläge spielen. Wir laden Sie herzlichst ein, sich zu beteiligen und sich dieser Musik in unserem Museum hinzugeben.

Kontakt

Dr. Ulrike Neurath

Position: Kustodin

Telefon: 0561 / 918 93 20

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Die Ausstellung wird gefördert von

                     

                                                                            

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Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V.

Zentralinstitut für Sepulkralkultur

Museum für Sepulkralkultur

Weinbergstraße 25–27
D-34117 Kassel | Germany
Tel. +49 (0)561 918 93-0
info@sepulkralmuseum.de

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