27. Mai 2021 | 19:00 Uhr

Begleitprogramm "Memento – Im Kraftfeld der Erinnerungen"

 

Let’s talk about death

Janna Maria Nanzig, Klara Charlotte Zeitz, Hanna Rohn. Die eine Drehbuchautorin in Berlin, die andere Autorin in Leipzig und die dritte Performancekünstlerin und Sexualpädagogin in Graz. Was bringt diese drei Frauen zusammen? Janna Maria Nanzig gründete die Non-Profit-Organisation "The School of Death" in Berlin, Klara Charlotte Zeitz schreibt für Die Zeit und unterrichtet zum Thema Tod, Hanna Rohn wohnte den “Death Chats” in Londoner Hospizen bei und bringt diese Gespräche über den Tod auf die Bühne. So unterschiedlich die Medien Film, Kunst und Literatur auch sind, über die sie dieses Thema auf aktuelle und nahbare Art und Weise bearbeiten, so geladen ist das Spannungsfeld, das dazwischen entsteht. Was ist möglich und was muss sich ändern, damit wir Trauerkultur aktiv und divers in unser Leben integrieren. Was für eine Rolle spielt dabei Humor? Wie kann sich unsere Sicht auf Sinnhaftigkeit ändern, wenn wir die Dinge vom Ende aus denken, statt vom Anfang?

Bei diesem offenen Gespräch im Museum für Sepulkralkultur widmen sie sich zwei Schwerpunkten: zum einen Ritualen rund um das Thema, vor allem unter dem Aspekt der Aktualität und der Individualität. Was braucht es für neue Rituale? Wie können wir Gefühle offener und authentisch leben? Dabei bauen alle drei auf eigenen Erfahrungen auf. 

Zum anderen werden sie über den Zusammenhang zwischen Tod und Sexualität diskutieren. Hängen diese beiden Themen noch anders zusammen, als nur die vermeintlich auf immer letzten Tabuthemen unserer Gesellschaft zu sein? Was für unterschiedliche Facetten gibt es in diesem Diskurs? Das Gesprächsformat wird partizipativ und hybrid stattfinden, um so viele Stimmen wie möglich zu erreichen. Die Gesprächsrunde wird von Dr. Dirk Pörschmann moderiert, dem Leiter des Museums für Sepulkralkultur. 

Hanna Rohn ist Performancekünstlerin, Dramaturgin und Sexualpädagogin. In ihren künstlerischen Arbeiten setzt sie sich meist mit soziokulturellen Themen auseinander, so z.B. mit dem Konfliktaustragungsort weiblicher Körper in „Collateral Damage" (ROHN/WÆRSTED, 2016), der gesellschaftspolitischen Bedeutung von Schnee in „WHITE OUT" (mit Julia Rohn, 2019) oder der Romantisierung von psychischem Leiden in der Kunst in „Verrückte" (mit Emma Berentsen, 2019/2021). Ihr Ansatz ist dabei oft
partizipativ und lotet die Möglichkeiten aus, wissenschaftliche Recherche auf der Bühne zu vermitteln.

Zusammen mit der niederländischen Theatermacherin Emma Berentsen arbeitet sie bereits seit der gemeinsamen Studienzeit am Goldsmiths College in London zum Thema Tod und Trauer. Inspiriert durch ihren Besuch der sogenannten „Death Chats" in einem Südlondoner Hospiz, wöchentlichen Gesprächen über den Tod bei Wein und Käse, schufen sie in ihrer Performance „Let's talk about death, baby" (2018) einen offenen Gesprächsraum am besonderen Kreuzungspunkt zwischen Leben, Tod und gemeinsamem Essen im Theater. 

www.hannarohn.at

Klara Charlotte Zeitz studierte Kunst-, Theater-und Filmgeschichte in Neapel und lebt als freie Autorin und Künstlerin in Leipzig. Sie arbeitet an der Schnittstelle zwischen Text, Kunst und Performance und wird an der Kunsthochschule Kassel gemeinsam mit dem Illustrator Robert Deutsch zum Thema Tod die Illustrationsklasse im Sommer-und Wintersemester 2021 unterrichten. Im Frühling 2021 veröffentlicht sie mit einem Stipendium der Kulturstiftung Sachsen ihre Gedichte im Leipziger Stadtraum. 

Ihre Themenschwerpunkte sind Identität und Unabhängigkeit, Gleichberechtigung und Frauenrechte, Mortalität und Erinnerungskultur, Sexualität und Körperlichkeit. Sie engagiert sich politisch unter anderem im Vorstand von Phia e.V., einem Verein, der sich gegen Gewalt an Frauen einsetzt. 2020 war sie mit ihrem Romanprojekt „Laskarina“ Stipendiatin des Goethe-Instituts Thessaloniki und veröffentlichte in der Vergangenheit Kurzgeschichten und Essays unter anderem mit „PS - Politisch Schreiben“, verschiedenen internationalen Magazinen und ist Gastautorin der „ZEIT ONLINE“ Kolumne „10 nach 8“.

www.klaracharlottezeitz.com

Janna Maria Nandzik arbeitet in Berlin als freie Drehbuchautorin und Regisseurin von TV Serien. Sie hat Filmwissenschaft, Kunstgeschichte und Neuere Deutsche Literatur studiert und liebt es Hoch – mit Populärkultur, sowie Tragödie mit Komödie zu verbinden. Mit Schauspieler und Produzent Christian Ulmen führte sie zwei Filmproduktionsfirmen. Unter diesem Dach schrieb sie für die Mockumentary "Ulmen.TV", kreierte und produzierte ihre erste TV-Serie "Die Snobs – Sie können auch ohne Dich" (ZDFneo) und schrieb und inszenierte die Deutsch-Französische Transmediaserie "About:Kate" (ARTE). Mittlerweile arbeitet sie selbständig. Jüngst für die Comedyserie "Jerks" (Maxdome/ProSieben), das Teen Drama "Druck" (ZDFneo/funk) und das historische Drama "The Empress" (Netflix). 2017 gründete sie in Berlin die Non-Profit-Organisation "The School of Death", die verschiedene analoge und digitale Workshops und Gesprächssalons rund um das Thema Tod und Sterben anbietet. Das Projekt hat sich zur Aufgabe gemacht, die Beschäftigung mit dem Lebensende in den Alltag zu integrieren und in einen zeitgemäßen Kontext zu setzen. 

www.jannanandzik.com | www.theschoolofdeath.com

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Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V.

Zentralinstitut für Sepulkralkultur

Museum für Sepulkralkultur

Weinbergstraße 25–27
D-34117 Kassel | Germany
Tel. +49 (0)561 918 93-0
info@sepulkralmuseum.de

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